Berufsbildungszentrum Mölln
Regionales Berufsbildungszentrum
des Kreises Herzogtum Lauenburg
Rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts
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Als vor 125 Jahren eine Fortbildungsschule für Lehrlinge und Gehilfen des Handwerksstandes eingerichtet wurde, hat wohl keiner der Initiatoren geahnt, wie zukunftsweisend diese Idee war. Das 125-jährige Jubiläum nehmen wir zum Anlass, im Rahmen der hier vorgelegten Festschrift, der Öffentlichkeit, den zahlreichen Ausbildungsbetrieben, unseren Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern einerseits einen Rückblick über die historische Entwicklung der Beruflichen Schulen und des Kreises Herzogtum Lauenburg zu liefern, vor allen Dingen aber einen Einblick in die gegenwärtigen Strukturen unserer Schule zu gewähren. Natürlich ist es nicht möglich, alle Fa- cetten eines so komplexen Gebildes wie unsere Schule im Detail darzustellen, die Anzahl von weit über 3000 Schülerin- nen und Schülern, über 180 Lehrerinnen und Lehrern mag dies verdeutlichen, jedoch ist es mit Hilfe der einzelnen Abteilungen und Fachbereiche gelungen, unser gegenwärtiges Schulleben in seiner ganzen Vielschichtigkeit aufzuzeigen. Berufsbildung ist unser wichtigster Rohstoff, und er ist stets nachwachsend. Dieses Nachwachsen passiert nicht von selbst, sondern jeder an der Berufsbildung Beteiligte muss sich seiner persönlichen Verantwortung bewusst sein und verantwortlich und zukunftsweisend denken und handeln. Voraussetzung ist hierzu eine vertrauensvolle, aktive und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Berufsschule, Ausbildungsbetrieben, Innungen, den zuständigen Kammern sowie dem Schulträger, die traditionell in allen Gewerken und beruflichen Fachrichtungen unseres Einzugsbereiches gewachsen ist, und die ich landesweit als beispielhaft bezeichnen möchte. Berufliche Bildung hat sich in den letzten Jahrzehnten von der reinen Erstausbildung zu einem lebensbegleitenden Lernen entwickelt. Sie ist heute mehr denn je Voraussetzung für eine aktive Teilnahme an unserem gesellschaftlichen Leben. Die Beruflichen Schulen wollen in ihrer Pädagogik die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen aufnehmen und weiterentwickeln. |
Berufliche Bildung der Zukunft bedeutet:
Das Kollegium der Beruflichen Schulen ist bereit, sich den Aufgaben der pädagogischen Weiterentwicklung und Neuori- entierung zu stellen. Neben der pädagogischen Herausforderung sind für eine notwendige Qualitätssicherung in der Beruflichen Bildung räumlich- sächliche Veränderungen und Erneuerungen unabdingbar. Der Kreis als Schulträger hat diesem Bedürfnis Rechnung getragen und in einer zukunftweisenden Planung umfangreiche Neubau- und Umbaumaßnahmen, die über mehrere Bauabschnitte im Laufe der nächsten Jahre durchgeführt werden sollen, genehmigt. Der Anfang ist mit der Aufstockung des FTraktes der Beruflichen Schulen gemacht. Es ist mein Wunsch, dass die enge Verbindung der Beruflichen Schulen des Kreises Herzogtum Lauenburg mit der Wirtschaft und der Politik sich noch vertiefen möge, zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler, für die eine berufliche Erstausbildung und die Verknüpfung mit Fort- und Weiterbildung die wichtigsten Bausteine ihrer Zukunftsplanung sind. Die Beruflichen Schulen wollen das 125-jährige Bestehen der Berufsausbildung im Kreis Herzogtum Lauenburg mit einem Tag der offenen Tür begehen, zu dem ich hiermit alle Interessierten herzlich einlade.
Karla Schmidt |
Grußwort des Kreises Herzogtum Lauenburg
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Im Jahre 2001 blickt der Kreis Herzogtum Lauenburg auf sein 125-jähriges Bestehen als Landkreis zurück. Wir freuen uns, dass die Beruflichen Schulen des Kreises Herzogtum Lauenburg in Mölln das Kreisjubiläum zum Anlass nehmen, es mit einem Tag der offenen Tür am 23. und 24. No- vember 2001 zu begleiten und die vorliegende Festschrift herauszugeben. Die hier dargestellte 125-jährige Entwicklung der beruflichen Bildung im Kreis Herzogtum Lauenburg doku- mentiert in eindrucksvoller Weise gleichzeitig auch die Ver- bundenheit zwischen der Schule und dem Kreis. Die Einführung neuer Technologien sowie die Neuordnung der Ausbildungsberufe stellten die Schule immer wieder vor Herausforderungen, denen sie stets aufgeschlossen gegen- überstand und die sie angenommen hat. Der Kreis als Träger der Beruflichen Schulen hat diese Schule sowie die Außenstelle in Geesthacht durch Um- und Erweite- rungsbauten den erhöhten Ausbildungsanforderungen in dem gemeinsamen Bemühen angepasst, die Qualität der beruflich- |
en Ausbildung mit der technischen Entwicklung in Einklang zu bringen. In diesem Zusammenhang ist die enge und ausge- sprochen gute Kooperation mit der heimischen Wirtschaft hervorzuheben, die erheblich mit dazu beigetragen hat, einen steten Erfolg in der Berufsausbildung zu ermöglichen. Die in der beruflichen Bildung geleisteten und noch zu leisten- den Investitionen sind zugleich ein wichtiger Beitrag des Krei- ses zur Sicherung der beruflichen Chancen junger Menschen. Sie haben zu einem umfangreichen Bildungsangebot der Be- ruflichen Schulen im Kreis Herzogtum Lauenburg beigetragen, das es zu erhalten gilt, um auch künftigen Anforderungen ge- recht zu werden. Allen Beteiligten am Tag der offenen Tür wünschen wir viel Erfolg und ein interessiertes Publikum.
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Die Beruflichen Schulen des Kreises Herzogtum Lauenburg sind aus Sicht der Wirtschaft seit vielen Jahren ein bewährter Partner bei der dualen Berufsausbildung. Die rund 8.400 IHK- Mitgliedsunternehmen der IHK Lübeck im Kreis Herzogtum- Lauenburg - von denen schätzungsweise ein Fünftel ausbil- den - kennen das Berufsschulzentrum als Stätte einer moder- nen Berufsschulpädagogik, die das praktisch vermittelte Wis- sen in den Betrieben fachtheoretisch ergänzt und über den Faktor Bildung den Standort Herzogtum Lauenburg erheblich stärkt. Als Schnittstelle dieser guten Zusammenarbeit sei die langjährige Mitgliedschaft der Schulleiterin OStD'in Karla Schmidt im Berufsbildungsausschuss der IHK zu Lübeck ex- emplarisch genannt. Diese Verbindungen helfen, das Duale System weiter zu entwickeln. Qualifizierte Mitarbeiter sind als Leistungs- und Wissensträger ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für jedes Unterneh- men. Grundlage für die Qualifizierung und die Basis für le- bensbegleitendes Lernen ist die Berufsausbildung. Sie ist eine Investition in die Zukunft. Die Kernfrage für die Zukunft der dualen Berufsausbildung ist - aus Sicht der Wirtschaft - die Modernisierung des Systems. Neben der Aktualisierung bestehender Berufe heißt die Her- ausforderung, neue Berufe für neue Beschäftigungsfelder und modernisierte Berufe mit Zukunft zu schaffen. Die IHK- Organisation hat mit ihrer Aktion Neue Berufe und den Leitlini- en für eine moderne Berufsausbildung entscheidende An- stösse für diesen Modernisierungsprozess gegeben. Seit dem |
Jahr 1996 sind in Deutschland mehr als 140 Berufe geschaffen oder modernisiert worden. Auch die Beruflichen Schulen des Kreises Herzogtum Lauenburg tragen diese Entwicklung mit, wovon nicht zuletzt auch die erheblichen Investitionen in Er- weiterungsbauten und Lehrmittel und der Wandel der pädago- gischen Inhalte in den letzten Jahren Zeugnis ablegen. Die IHK-Organisation hat darüber hinaus einige Vorschläge zur Reform des Berufsschulwesen gemacht. Dazu gehört die Au- tonomie der Berufsschule und die Befreiung von bürokrati- schen Fesseln. Die duale Berufsausbildung als Standortfaktor zu quantifizie- ren ist schwierig. Sicher ist aber, dass ein solides Fundament in der Bildung gepaart mit lebenslangem Lernen hilft, den Strukturwandel der Wirtschaft positiv zu begegnen und im Wettbewerb der Regionen mit zu halten. Unternehmen, denen qualifiziertes Personal fehlt, können ihre Produkte und Dienst- leistungen nicht mehr erbringen. Negative Folgen für die Beschäftigungs- und Einkommenssituation des Einzelnen sind die Folge. Auch deshalb heißt es für die Berufsschulen: Garant sein für die notwendige Qualität als Partner der dualen Berufsausbildung.
IHK zu Lübeck |
Grußwort der Kreishandwerkerschaft des Kreises Herzogtum Lauenburg
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Im Namen des lauenburgischen Handwerks gratulieren wir den Beruflichen Schulen Herzogtum Lauenburg zu ihrem 125- jährigen Jubiläum. Auf 125 Jahre "Berufliche Bildung" in unse- rem Kreis blicken zu können, erfüllt auch das Handwerk mit Stolz, denn die Kreishandwerkerschaft mit ihren Innungen hat an dieser Entwicklung maßgeblich mitgewirkt. Der langjährigen vertrauensvollen Zusammenarbeit der bei- den Dualpartner unseres Ausbildungssystems - die ihresglei- chen im Lande sucht - ist es zu verdanken, dass die berufliche Bildung in unserem Kreis ein hohes Niveau erreicht hat. Gute Gesellenprüfungsergebnisse und zahlreiche Auszeich- nungen bei Leistungswettbewerben der Handwerksjugend auf Landes- und Bundesebene sind eindrucksvolle Zeugnisse dieser erfolgreichen gemeinsamen Arbeit. |
Diese Erfolge sollen uns Ansporn sein, das enge Miteinander zu vertiefen und zum Wohle unserer Handwerksbetriebe - trotz oder gerade wegen des derzeitigen "Konjunkturtiefs" im Handwerk - auch weiterhin in eine qualifizierte Ausbildung unserer jungen Menschen zu investieren. Die Vertreter unserer Innungen freuen sich, die Ausbildung in ihren Handwerken während der Tage der offenen Tür in den überbetrieblichen Werkstätten einem breiten Publikum vor- stellen zu können. Wir wünschen der Leitung und dem Kollegium der Beruflichen Schulen einen harmonischen Verlauf dieser Veranstaltung.
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Grußwort der Vorsitzenden des Schulelternbeirats
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Die Beruflichen Schulen Mölln waren stets ein Ort enger Ko- operation zwischen dem öffentlichen Träger, dem regionalen Handwerk und der Wirtschaft. Ihre 125-jährige Geschichte spiegelt deshalb in besonderer Weise die Entwicklung der vorwiegend landwirtschaftlich ge- prägten Struktur des Kreises am Ende des 19. Jahrhunderts bis zur dienstleistungsorientierten Regionalwirtschaft. Nach der Öffnung des Zonenrandgebietes erfolgte eine kurze Wirtschaftseuphorie und die lange Strukturanpassung in den 90er Jahren. Heute erleben wir den Versuch von Wirtschaft und Handel unserer Region, die Folgen der informationstech- nischen Revolution, also die globale Erweiterung und Be- schleunigung der Innovations-, Handels- und Produktions- abläufe, zu bewältigen. Die Geschichte der Berufsschule als Katalysator des wirtschaftlichen Wandels der Region zeigt auch das zeitlose Ziel und die unveränderten Bedingungen |
ihrer Arbeit: Wenn sie die Schüler erfolgreich für die Anforde- rungen des beruflichen und gesellschaftlichen Lebens vorbe- reiten will, braucht sie: Ausreichende materielle, finanzielle und personelle Ressourcen; Abbau der Überreglementierung durch gesetzliche Vorschriften und der Gängelung durch vorgesetzte Dienststellen; erweiterte Gestaltungsräume für Lehrkräfte; die enge Kooperation mit Handwerk, Handel und Industrie und nicht zuletzt die Hilfe, die Gedanken, Anregungen und die Kritik aller Beteiligten und Interessierten, ganz besonders auch der Schülerinnen, der Schüler und der Eltern. Im Namen der Eltern bedanke ich mich bei der Schulleitung, den Lehrerinnen und Lehrern für die hervorragende Koopera- tion im gemeinsamen Interesse unserer Kinder.
Dr. Maria Meyer zu Natrup |
Die Entwicklung der Berufs- und Berufsfachschulen des Kreises Herzogtum Lauenburg
| Die Zeit von den Anfängen bis 1918 | |
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Die Entwicklung der Berufs- und Berufsfachschulen des Krei- ses Herzogtum Lauenburg beginnt mit der Gründung von Fort- bildungsschulen vor 125 Jahren. Während die allgemein- bildenden Schulen auf einer jahrhundertelangen Entwicklung aufbauen, handelt es sich bei der Berufsschule also um eine sehr junge Schulform. So wurden in Mölln 1876, in Ratzeburg und Lauenburg 1877, in Schwarzenbek 1903, in Geesthacht 1905 und in Büchen 1913 die ersten Fortbildungsschulen ge- gründet. Erste Ansätze sind in Lauenburg bereits 1837 und 1865 nachweisbar. Geesthacht, das bis 1937 zur Hansestadt Hamburg gehörte, hat bereits vor 1905 gemeinsam mit Berge- dorf eine Fortbildungsschule gehabt. Da die Träger dieser Schulen die Gemeinden waren und eine Fortbildungspflicht nach der Gewerbeordnung von 1869 nur für gewerbliche Arbeiter zur Pflicht gemacht werden konnte, war die Entwicklung dieser Schulart in den einzelnen Gemeinden sehr unterschiedlich. In den Städten wurde die Schaffung von Fortbildungsschulen meist durch den Handwerkerstand beantragt, dargestellt am Beispiel Mölln nach der Chronik des Rektors der Volksschule Mölln, Herrn Oetke, für den Zeitraum 1874 bis 1934. In Mölln wurde im September 1874 von 30 Bürgern den städtischen Kollegien eine Petition übersandt, eine Fortbildungsschule für Lehrlinge und Gehilfen des Handwerkerstandes bis zum 18. Lebensjahr einzurichten. Das wurde zunächst abgelehnt. Zur gleichen Zeit ging vom Magistrat Ratzeburg die Bitte an die Städte Mölln und Lauenburg, gemeinsam eine Fortbildungs- schule ins Leben zu rufen. Ein weiterer Antrag der Bürger Möllns führte zum Beschluss der Einrichtung einer solchen Schule. Nach Beratung der Statuten genehmigte der Landrat in Ratzeburg zum 01. Oktober 1876 die Einrichtung der Schule entsprechend dem Ortsstatut in "Gemäßheit des § 142 Abs. 1 der Gewerbeordnung für den Norddeutschen Bund vom 21. Juni 1869". Lauenburg war bis 1876 ein selbständiges Her- zogtum mit eigener Verwaltung der "Ritter- und Landschaft", erst dann wurde es dem preußischen Staate einverleibt. Die Schule begann ihre Arbeit mit 86 Schülern im Jahre 1876/77. Die Leitung hatte der Rektor der Mittelschule Mölln. Um den Schwierigkeiten der Verpflichtung von Meistern und Lehrlingen auf die neue Schule zu begegnen, wurde 1876 eine Polizei- verordnung erlassen, in welcher Geldstrafen festgesetzt wur- den. Mit Ausnahme des Zeichenunterrichtes lagen die Unterrichts- stunden an Werktagen in den Abendstunden. Er wurde zu- nächst auf den Sonntagvormittag, später auf den Sonntag- nachmittag von 13.30 bis 15.30 Uhr gelegt. Die Auswahl des zu vermittelnden Unterrichtsstoffes oblag dem Schulleiter bzw. dem Lehrer. |
Im Jahre 1891 wurde der erste Lehrplan für alle Fortbildungs- schulen aufgestellt, der sich, wie alle späteren Lehrpläne, nach den Richtlinien des Ministers für Handel und Gewerbe richten musste. Ein neues Ortsstatut wurde erlassen und vom Bezirksausschuss in Schleswig genehmigt. Die Arbeitgeber waren jetzt verpflichtet, je Lehrling 5,00 bis 10,00 Mark zu den Kosten der Fortbildungsschule beizutragen. Von dieser Zeit an fanden auch jährliche "Revisionen" durch Regierungs- und Gewerbeschulräte statt. Im Jahre 1904 übernahm der Rektor der Volksschule Mölln, Oetke, die Leitung der Fortbildungsschule. Sie bestand da- mals aus 2 Lehrern und 95 Schülern: 10 Schlosser und Maschinenschlosser, 9 Kaufleute, 9 Maler, je 9 Bäcker und Schuhmacher, je 7 Schlachter und Tischler, 5 Schmiede, 4 Sattler, je 3 Eisengießer, Kellner, Maurer, Zimmerer, je 2 Klempner, Schneider, Steinhauer, Stellmacher und je 1 Bar- bier, Buchdrucker, Drechsler, Meiereilehrling, Musiker, Töpfer und Laufbursche. Diese Aufzählung möge die Vielfalt der Schule und die damit verbundenen Probleme zeigen. Der Stoffplan enthielt: Deutsch - Lesen, Diktat, Geschäftsaufsätze; Rechnen - 4 Grundrechenarten, Bruchrechnung, bürgerliches Rechnen, Raumberechnungen, gewerbliches Rechnen und Kalkulationen. Außerdem wurden Buchführung unterrichtet und Zeichnen - Projektionszeichnen und Freihandzeichnen nach Vorlagen, Modellen und nach der Natur. Daneben wurde naturwissenschaftlicher Unterricht gegeben und allgemeine Weltkunde gelehrt. Eine Notiz aus dem Jahre 1904 besagt, dass Schüler mit dem Zeugnis zum Einjährig-Freiwilligen Dienst (die "Einjährigen") die Fortbildungsschule nicht zu besuchen brauchten, die anderen Schüler waren schulpflichtig bis zum 18. Lebensjahr, wenn sie nicht wegen guter Lei- stungen vom weiteren Schulbesuch freigestellt wurden. Die Unterrichtszeit war wöchentlich 4 Stunden, aber nur 30 Wochen im Jahr (von September bis Mai). Im Jahre 1904 wurde der erste Meisterkursus mit 30 Meisteranwärtern von Neujahr bis Ostern durchgeführt. Im Jahre 1908 wurde die erste Klasse mit nur kaufmänni- schen Lehrlingen im Kreise eingerichtet. Hier wurden an Unterrichtsfächern neben den oben genannten auch Englisch, Stenographie und Korrespondenz erteilt. Die Zahl der Schüler stieg jährlich, da in diesen Jahren auch die Lehrlinge aus den umliegenden Dörfern in den Fortbildungsschulen der Städte oder in den größeren Orten unterrichtet wurden. Diese Ent- wicklung wurde mit Beginn des ersten Weltkrieges unter- brochen, mit Ende des Jahres 1916 wurden alle Fortbildungs- schulen geschlossen, in einigen Orten schon 1915, wie z.B. in Geesthacht, wo, wie berichtet wird, die Lehrkräfte eingezogen und die Schüler in der Munitionsindustrie tätig waren. |
| Die Zeit zwischen 1919 und 1945 | |
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Im Jahre 1919/20 wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Für die Geesthachter Schule schrieb das hamburgische Gesetz über die Fortbildungsschulpflicht von 1919 die Schulpflicht für alle männlichen und weiblichen Jugendlichen vor. Die Unter- richtsstundenzahl wurde vermehrt und in die Arbeitszeit ver- legt. Im Kreisgebiet von damals nahm die Entwicklung etwas später ihren Fortgang. Obwohl schon vorher auf Anregung der Regierung auch die weiblichen Lehrlinge zum Schulbesuch verpflichtet werden sollten, wurde dies nicht an allen Schulen durchgeführt. Ab Neujahr 1926 wurden in Mölln auf Wunsch der Meisterin- nen Schneiderinnen beschult. Am 01. April 1926 wurde eine Verfügung erlassen, wonach die Mädchen unter 18 Jahren "im Handwerker- und Kaufmannsstand" zum Schulbesuch ver- pflichtet wurden. In den folgenden Jahren stieg die Zahl der Lehrlinge so stark an, dass in einigen Orten im Jahre 1930 eine Aufteilung nach verwandten Berufen vorgenommen wur- de. Von einer Gliederung nach Fachklassen im heutigen Sinne konnte jedoch noch nicht die Rede sein. Zwei Beispiele mögen das verdeutlichen: Erste Klasse: Baugewerbe, hierzu gehörten Maurer, Zimmerer, Brunnenbauer, Dachdecker, Steinmetze und Töpfer Zweite Klasse: Metallgewerbe, hier wurden Former, Kern- macher, Klempner, Autoschlosser, Bau- und Maschinen- schlosser und Schmiede gemeinsam beschult. Als Schulräume dienten der Fortbildungsschule die Volks- schulen. Allerdings wurden im Jahre 1933 der Fortbildungs- schule zum Teil eigene Räume zugewiesen, die aber im all- gemeinen Dachausbauten der Volksschule waren. Der Unter- richt wurde von Volksschullehrern und Handwerksmeistern erteilt. Am 01. April 1924 wurde der erste hauptamtliche Gewerbelehrer in Lauenburg angestellt. Erst viele Jahre später erfolgte die Anstellung von weiteren Gewerbelehrern.
Ein Blick auf die Vergütung für die Unterrichtsstunden: Damit fand diese Schulform bei den Kultusministerien ihren Platz, während vorher die grundlegenden Bestimmungen von den Wirtschaftsministerien erarbeitet worden waren. Die Forderungen der Wirtschaft und des Handwerks nach einer |
planmäßigen Ausbildung in speziellen Berufen gaben den Anstoß zur Zentralisierung. Im Jahre 1936 wurde auf Veranlassung des Regierungspräsidenten die Vorarbeit für eine zentrale Schule eingeleitet. Am 01. Mai 1938 wurde für den Kreis Herzogtum Lauenburg der Berufsschulzweckverband gegründet. Er umfasste drei Abteilungen für gewerbliche, kaufmännische und hauswirt- schaftliche Schüler. Eine Trennung nach Fachklassen wurde angestrebt und teilweise auch gleich durchgeführt. Den Vorsitz führte der Landrat. An die Stelle der bisher vorhandenen Fort- bildungsschulen der einzelnen Gemeinden traten die Haupt- schule des Verbandes in Mölln (Gebäude am Gudower Weg, 1938 bezogen) und die Zweigschulen in Geesthacht und Lau- enburg. Es sei daran erinnert, dass Geesthacht seit 1937 zum Kreisgebiet gehörte. Diese drei Schulorte wurden von etwa 1350 Schülern besucht. In Mölln wurden eine gewerbliche, kaufmännische und haus- wirtschaftliche Abteilung eingerichtet, in Lauenburg eine haus- wirtschaftliche und die Abteilung für Schiffbau, in Geesthacht eine gewerbliche und hauswirtschaftliche Abteilung und dann in Ratzeburg und Schwarzenbek je eine hauswirtschaftliche Abteilung betreut. Lehrlinge aus zahlenmäßig kleineren Beru- fen wurden in entsprechende Fachklassen nach Lübeck oder Hamburg ausgeschult. Hauptziel des Berufsschulzweckver- bandes war die Errichtung von Fachklassen nach einzelnen Lehrjahren, der Einsatz von Lehrkräften in ihrem erlernten Fachgebiet sowie die bessere Ausnutzung von Lernmitteln und der noch zu schaffenden Werkstätten. Der Berufsschul- zweckverband wurde nach zweijährigem Bestehen aufgelöst und seine Einrichtung am 01. Mai 1940 in die neu gegründete Kreisberufsschule übergeführt. Zum Hauptschulort wurde Mölln gewählt, die Zweigschulen des Verbandes wurden zu Außenstellen der Kreisberufsschule. Dieser innere Ausbau der Kreisberufsschule wurde durch den 2. Weltkrieg unter- brochen. ![]() Berufsschule im Gudower Weg |
| Die Zeit nach 1945 | |
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Die Wiedereröffnung der Kreisberufsschule nach dem 2. Welt- krieg schien zunächst auf unüberwindliche Schwierigkeiten zu stoßen. Die Zahl der Berufsschüler hatte durch die große Zahl der Flüchtlinge stark zugenommen. Von 1945 auf 1946 stieg die Zahl der Schüler auf das Vierfache. Die Berufsschulgebäu- de waren durch Kriegseinwirkung zerstört oder als Lazarett belegt, die Lehrmittel waren zum großen Teil durch die Kriegswirren verloren gegangen. Trotzdem wurde der Unterricht bald wieder aufgenommen, oft in einfachsten Verhältnissen. In Mölln konnte das Gebäude am Gudower Weg im Mai 1946 der Berufsschule wieder überge- ben werden, in Lauenburg mietete der Kreis ein Gebäude der ehemaligen Modellbauschule und in Geesthacht ein Gebäude im Werkgelände Düneberg. Damit waren wenigstens die räumlichen Voraussetzungen für den theoretischen Unterricht wieder gegeben. Das neue Berufsschulgesetz für Schleswig-Holstein vom Fe- bruar 1950 brachte starke Veränderungen im Berufsschulwe- sen. Der achtstündige Berufsschultag war schon vorher ge- setzlich verankert, die praktische Fachkunde sollte den Unter- richt vertiefen. Außerdem wurde 1950 für alle Lehrlinge und Jugendlichen aus der Landwirtschaft der Berufsschulunterricht zur Pflicht. Der Unterricht der landwirtschaftlichen Klassen wurde zunächst sehr dezentralisiert auf den Dörfern in Volks- schulen am Nachmittag durchgeführt. Erst im Jahre 1955 ge- lang es, die Landwirtschaftslehrlinge zentral aus dem ganzen Kreisgebiet in aufsteigenden Klassen in Mölln zusammenzu- fassen. Die Nichtlehrlinge der Landwirtschaft und die Jungar- beiter der gewerblich-kaufmännischen Wirtschaft wurden in den Schulorten Mölln, Ratzeburg, Sandesneben, Schwarzen- bek und Geesthacht zentralisiert. Damit wurde auch für diese Jugendlichen eine Beschulung nach Jahrgängen möglich. Bei den Mädchen war die Zentralisierung in den genannten Orten deshalb notwendig, weil Küchen und Nebenräume für den Unterricht erforderlich waren. In Mölln wurde im April 1949 eine Klasse der Haushaltungsschule an der Kreisberufsschule eingerichtet, in Geesthacht wurde eine Klasse dieser Schulart 1954 eröffnet. Im April 1950 beschloss der Kreistag die Er- richtung einer Zweijährigen Handelsschule in Mölln und 1954 die Errichtung einer Höheren Handelsschule. Außerdem wurde im Jahre 1950 der Kreisberufsschule das Jugendauf- bauwerk in Ratzeburg, Geesthacht und Wentorf bei Hamburg angegliedert. Eine weitere Ausbildungsmöglichkeit für Mäd- chen war seit dem Jahre 1958 die Höhere Frauenfachschule in Mölln. Für die Weiterbildung der Jungen und Mädchen bis zur Fachschulreife ist die 1952 eingerichtete Berufsaufbau- schule von großer Bedeutung. Diese wurde zunächst in Abendkursen durchgeführt. Später bekommt sie als Tages- schule einen festen Platz in der Berufsschule, vielen Schülern im Kreis diente sie als Sprungbrett für ihre berufliche Karriere, dann übernahm das Fachgymnasium diese Funktion. Im April 1966 wurde ferner an der Kreisberufsschule in Mölln das hauswirtschaftliche Vollschuljahr als neuer Bildungszweig für Mädchen geschaffen. Die stark gestiegenen Schülerzahlen (1954 waren es 5285 Schüler) machten einen Neubau in Mölln notwendig. 1951 wurde mit den Planungen begonnen, am 15. April 1953 konnte die Grundsteinlegung für den 1. Bauabschnitt gefeiert werden (A-Trakt - 1954) der 2. Bauabschnitt folgte 4 Jahre später und wurde Ostern 1960 seiner Bestimmung übergeben (B-Trakt). Wiederum 4 Jahre später folgte der 3. Bauabschnitt. Baube- ginn war der 3. Juni 1964 und am 10. August 1966 konnte der vorerst letzte und größere Bauabschnitt bezogen werden (C+D+E-Trakt, Pausenhalle, Hausmeisterwohnung und Gar- tenanlage mit Schulhof). Die großen Schülerzahlen und die verbesserten beruflichen Bildungsmöglichkeiten führten auch zu einer starken Auswei- tung des Kollegiums. Waren 1950 25 Lehrerinnen und Lehrer tätig für 2743 Schülerinnen und Schüler, so stieg die Zahl bis 1965 auf 54 Lehrerinnen und Lehrer für 3287 Schülerinnen und Schüler. ![]() Modell der Schule 1967 |
Ende der 60er Jahre schlug sich der Strukturwandel bedingt durch den Übergang von der Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft bundesweit unter anderem in ei- ner großen Bildungsdiskussion nieder. Sie führte zu einer Neuorientierung in der Berufsbildung. Reformen in der be- ruflichen Bildung verbesserten, erweiterten und verstärkten den schulischen Teil der beruflichen Bildung. Für große Schü- lergruppen entstanden ganz neue Bildungschancen. So wurde in Mölln 1969 das Fachgymnasium - Technischer Zweig - eingeführt und schon 1970 um einen wirtschaftlichen und sozialwirtschaftlichen Zweig erweitert. Es wurde eine Berufs- fachschule Technik und eine Berufsfachschule Sozialwirt- schaft (1972) eingeführt. 1973 kam die Fachschule für Sozial- pädagogik dazu. 1986 folgte die Berufsfachschule für Wirt- schaftsassistenten (heute Kaufmännische Assistentinnen und Assistenten) und 1991 die Fachoberschule in den Fachrich- tungen Technik, Wirtschaft und Agrarwirtschaft. Das neue Schulgesetz von 1990 schaffte die Grundlage für die Festigung und Weiterentwicklung des allgemeinen und beruf- lichen Bildungswesens. Auch in der Ausbildung der Lehrlinge (sie heißen jetzt Auszu- bildende) kam es zu großen Veränderungen. Der Unterricht wurde von 8 auf 12 Stunden pro Woche erweitert, das hieß Einführung des vermehrten Berufsschulunterrichts. Die Entwicklung der Schülerzahlen 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 1876 1880 1885 1890 1900 1905 1910 1915 1920 1925 1930 1934 1938 1945 1950 1954 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 Die Berufsbilder wurden inhaltlich überarbeitet. Es wurden neue Lehrpläne erstellt, Inhalte den modernen Entwicklungen angepasst oder es entstanden ganz neue Berufe, z.B. in Mölln Mechatroniker, Automobilkaufleute u.a.. Diese Entwicklung in den letzten 30 Jahren war nur möglich mit einem gleichzeitigen starken Ausbau beruflicher Bildungs- kompetenz. Das Kollegium wuchs von 57 Lehrkräften (1970) auf heute 181 Lehrkräfte bei etwa gleicher Schülerzahl. Anzahl der Lehrkräfte an den Beruflichen Schulen 0 50 100 150 200 1924 1938 1940 1945 1950 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 Das stark ausgeweitete und inhaltlich veränderte Bildungsan- gebot bedingte auch einen weiteren räumlichen Ausbau der Schule. So wurde der A-Trakt aufgestockt. 1976 kam der F- Trakt und die Werkstätten sowie die Sporthalle dazu. 1982 entstand in Geesthacht ein Neubau mit 8 Klassen- und ent- sprechenden Fach- und Nebenräumen. 1990 wurde der G- Trakt erstellt und 1993 wurde die Pausenhalle erneuert und für die Verwaltung aufgestockt. In diesem Jahr kommen 8 neue Klassenräume, die durch die Aufstockung im F-Trakt entstan- den sind, zum Schulbeginn 2001/2002 dazu. Man möchte meinen, irgendwann muss doch einmal Schluss sein - aber nein, weit gefehlt: Die sich schnell verändernde wirtschaftliche Situation des Kreises nach der Grenzöffnung und die gesellschaftlichen und technischen Veränderungen (Computertechnologien) zwingen uns, die berufliche Grundbil- dung weiter anzupassen und zu verbessern sowie die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten auszubauen. Die berufliche Bildungskompetenz der Beruflichen Schulen in Mölln wird in Zukunft ein noch wichtigerer Standortfaktor für die Wirtschaft im Kreis sein. Unser Träger, der Kreis, tut alles, damit wir dieser Aufgabe gerecht werden können. Größere bauliche Maß- nahmen sind bereits wieder in Planung. (Quellen: Chronik von Rektor Oetke und Ergänzungen von StD. a.D. C. Langeloh) |
125 Jahre Kreis Herzogtum Lauenburg
| Das Herzogtum Lauenburg in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts | |
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Am 1. Juli 1876 wurde das Herzogtum Lauenburg preußischer Landkreis. Drei Monate später - am 1. Oktober - genehmigte der Landrat in Ratzeburg die Gründung einer Fortbildungs- schule in Mölln, wodurch die erste Einrichtung des beruflichen Schulwesens im Kreis Herzogtum Lauenburg geschaffen wurde.
Beide Daten sind im Zusammenhang eines Modernisierungs-
prozesses zu sehen, der von den städtischen und industriellen
Zentren ausgehend auch den ländlichen Raum zu erfassen
begann. Dieser Prozess, der in einigen Regionen bis in das 18.
Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, entfaltete seit dem
Beginn des 19. Jahrhunderts eine immer größere Dynamik. Der "Weg in die Moderne" begann für den Kreis Herzogtum Lauenburg, der über Jahrhunderte von der Landwirtschaft geprägt worden war, mit einer erheblichen zeitlichen Verschie- bung und in einer ganz anderen Ausprägung, als sie in den Kernräumen der Industrialisierung zu beobachten war. Zwischen dem Wiener Kongress und dem Krieg von 1864 war das Herzogtum Lauenburg in Personalunion mit dem König- reich Dänemark verbunden gewesen. Insgesamt hatte sich die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage in diesen fünf Jahrzehnten nur wenig geändert. Die dänische Krone hatte in der Gesetzgebung und in der Verwaltung kaum Veränderungen vorgenommen, so dass sich mit einem aktu- |
ellen Begriff von einem "Reformstau" sprechen ließe. Eine Anpassung der politischen Verfassung an die gewandel- ten gesellschaftlichen Verhältnisse war in den Revolutionsjah- ren nach 1848 auch im Lauenburgischen versucht worden. Die landständische Verfassung des Herzogtums aus dem Jahre 1585, die von jedem neuen Herrscher bestätigt worden war, galt 1848 unverändert, bis eine gewählte lauenburgische Landesversammlung am 11. Mai 1849 das "Grundgesetz für das Herzogtum Lauenburg" verabschiedete. Die demokra- tischen Errungenschaften der Revolution wurden in der an- schließenden Zeit der Restauration wieder beseitigt, die vom dänischen König versprochene neue Verfassung nahm nur geringfügige Änderungen des vorrevolutionären Zustandes vor. Einige Anzeichen der Modernisierung lassen sich in der Zeit der dänischen Herrschaft im Herzogtum Lauenburg zwar schon feststellen, wozu der Chaussee- und Eisenbahnbau, die Gründung erster Fabriken und Sparkassen und der Aufbau einer Gasversorgung in den Städten zählen. Insgesamt aber war Bismarcks Urteil berechtigt, das er während der Verhand- lungen über den Anschluss des Herzogtums Lauenburg an Preußen abgab: "Lauenburg [ist] in vielen Zügen und ganz besonders im Finanzwesen heute noch ein Miniaturbild des Mittelalters [...]", so dass "die Verhältnisse [...] so verschieden von dem Organismus des modernen Staates, so fremd den Vorstellungen, in denen wir uns zu bewegen pflegen, sind, [...], so dass wir uns nicht auf dem Boden befinden, auf dem die heutigen Staaten stehen." |
| Die Eingliederung des Herzogtums Lauenburg in Preußen | |
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Dänemark hatte am 30. Oktober 1864 im Friedensvertrag von Wien auf die drei Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg verzichtet, die zunächst unter die gemeinsame Verwaltung Preußens und Österreichs kamen. Die Konvention von Gastein vom 14. August 1865, in der Österreich seine Rechte im Herzogtum Lauenburg an Preußen abtrat, sah den Zusammenschluss des Herzogtums mit dem Königreich Preußen in Form einer Personalunion vor. Der preußische König Wilhelm I. nahm den Titel des Herzogs von Lauenburg an. Diese staatsrechtliche Form, die durch die Erbhuldigung der lauenburgischen Stände und ein Patent des preußischen Königs ihren Ausdruck fand, sicherte dem Herzogtum zunächst die eigene Verfassung, Gesetzgebung und die tradierten Privilegien. Es war zugleich die Anerkennung des Führungsanspruchs Preußens im norddeutschen Raum. In den Jahre von 1865 bis 1876, in denen Otto von Bismarck dem neu geschaffenen preußischen Ministerium für Lauenburg vorstand, vollzog sich ein Prozess, in dem das rückständige Herzogtum Lauenburg durch grundlegende Reformen in den leistungsfähigen modernen Staat Preußen eingegliedert wurde. Um die innere Verwaltung des Herzogtums an die preußischen Verhältnisse anzupassen, waren umfangreiche Reformen und gesetzgeberische Maßnahmen notwendig, wozu auch eine liberalere Wirtschaftsordnung gehörte. |
Anders als bei anderen nach dem Krieg von 1866 von
Preußen annektierten Territorien wurde in diesem Einglie-
derungsprozess weitgehend Rücksicht auf die Traditionen und
Interessen des Herzogtums genommen.
Trotz der Übernahme zahlreicher Gesetze und Regelungen,
die der Eingliederung in den preußischen Staat folgten,
behauptete der Kreis umfangreiche "Sonderrechte", die im
"Vereinigungsvertrag" zwischen der lauenburgischen Landes-
vertretung und der preußischen Krone vom 23. Juni 1876
niedergelegt waren. |
| Die Entwicklung des Kreises in der Zeit des Kaiserreichs | |
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Obwohl eine neue technische und verwaltungsmäßige Infrastruktur geschaffen wurde, blieben die wirtschaftliche und die demografische Entwicklung in den ersten Jahrzehnten der preußischen Zeit eher verhalten. Im Jahre 1876 lebten im Kreis Herzogtum Lauenburg 55.000 Menschen. Insgesamt verzeichnete der Kreis zwischen 1871 und 1939 trotz eines starken Geburtenüberschusses nur einen relativ langsamen Bevölkerungszuwachs um rund 30% (von ca. 54.000 auf ca. 71.000), da zahlreiche Arbeitskräfte, die in der Landwirtschaft keine Beschäftigung mehr fanden, in die rasch wachsenden Großstädte abwanderten, so dass sich von einer "Landflucht" sprechen lässt. Hatten 1885 noch 61,7% der lauenburgischen Bevölkerung auf dem Land gelebt, waren es 1939 nur noch 44,5%. Die meisten Gemeinden verzeichneten dabei einen Bevölkerungsrückgang. Auch die Bevölkerungsverteilung zwischen dem Landgebiet einerseits und den drei "alten" Städten (Mölln, Ratzeburg, Lauenburg), dem damals noch hamburgischen Geesthacht und dem Flecken Schwarzenbek andererseits, zeigt 1885 noch die ländliche Prägung des Kreises. Nur in 15% der Sied- lungen lebten 1885 mehr als 500 Einwohner, und die Einwoh- nerdichte lag mit 43 Einwohnern pro Quadratkilometer deutlich unter dem Durchschnitt Schleswig-Holsteins. In der Landwirtschaft vollzog sich ein erheblicher Wandel in der Produktionsweise. Die Verkoppelung, die bereits im 18. Jahrhundert eingeleitet worden war und in den ersten Jahr- zehnten des 19. Jahrhunderts zum Abschluss kam, hatte die mittelalterlichen Strukturen in der Landwirtschaft abgeschafft und das Landschaftsbild grundlegend verändert. Die Schaf- fung größerer geschlossener Nutzflächen und die größere Unabhängigkeit der Bauern hatten zu einer Verbesserung der Erträge und zu höheren Einkommen geführt. Weitere Grund- lagen für Innovationen in der Landwirtschaft wurden durch die Aufhebung der Gerichtsbarkeit der adligen Güter (1870), die Einführung der Gewerbefreiheit auch in den ländlichen Gebieten durch Beendigung der Zwangs- und Bannrechte (1874) und die Aufhebung der adligen Güter als eigene Verwaltungsbezirke (1889) geschaffen. Eine zunächst nur langsame, aber stetige Mechanisierung setzte auf dem Lande weitere Arbeitskräfte frei. Durch die Einführung von Traktoren wurde das Pferd als Zugtier allmäh- lich abgelöst. In den Jahrzehnten nach 1830 war in den zunächst noch däni- schen Herzogtümern Schleswig, Holstein und Lauenburg ein immer dichteres Netz von ausgebauten Landstraßen, Eisen- bahnlinien und Wasserstraßen entstanden, das das Land |
erschloss und die Grundlage für die weitere Entwicklung bildete. Die Hauptverkehrsadern waren die Hamburg-Berliner Chaussee (1835-1837), die Chaussee von Schwarzenbek über Mölln und Ratzeburg nach Mecklenburg (1840-1842), die Strecke von Fredeburg nach Lübeck (1854 ausgebaut) und die Eisenbahnlinien Hamburg-Berlin (1846) und Lübeck-Büchen mit der Verlängerung nach Lauenburg (1851). Zwischen 1894 und 1899 entstand die Eisenbahnlinie von Berlin nach Kiel, die über Hollenbek und Ratzeburg auch durch den Kreis Herzog- tum Lauenburg führt. Der 1900 fertiggestellte Elbe-Trave-Kanal schließlich war bei seiner Eröffnung die modernste Binnen- wasserstraße Europas. Mit der Schaffung dieser modernen Verkehrsinfrastruktur war vielfach die Erwartung wirtschaftlichen Aufschwungs verbun- den. Die Wirtschaft der alten lauenburgischen Städte blieb aber eng mit der Entwicklung ihrer ländlichen Umgebung verbunden. Sie behielten ihre Funktion als zentrale Orte, konnten aber kaum eine eigene wirtschaftliche Dynamik ent- falten. Nennenswerte Anfänge einer Industrialisierung gab es nur im Süden des Kreises, in der Stadt Lauenburg und im hamburgi- schen Geesthacht. Hier erwiesen sich die Lage an der Elbe und die Nähe zu Hamburg als günstige Standortfaktoren, so- wohl was die Versorgung mit Rohstoffen als auch die Nähe zu den Absatzmärkten betraf. Weitgehend waren die bis zum Ersten Weltkrieg gegründeten Industriebetriebe rohstofforien- tiert, d.h. sie verarbeiteten hauptsächlich Erzeugnisse der heimischen Land- und Forstwirtschaft. In Lauenburg wurde 1860 die erste Zündholzfabrik gegründet. Weitere Faktoren der beginnenden Industrialisierung waren die Dampfschifffahrt auf der Elbe sowie die Gründung von Ziegeleien und Werftbetrieben. In Geesthacht gründete 1865 der schwedische Fabrikant und Erfinder Alfred Nobel auf dem Gelände des ehemaligen Gutshofs Krümmel eine Sprengstofffabrik. 1866 erfand Nobel hier das Dynamit. Im nahe gelegenen Düneberg entstand 1877 eine Pulverfabrik. Durch beide Betriebe wurde eine erhebliche Zuwanderung von Arbeitskräften ausgelöst, die sich im Ersten Weltkrieg noch verstärkte. Vereinzelt entstanden für die neuen Arbeitskräfte in Lauenburg und Geesthacht eigene Werkssiedlungen. In einigen Orten, wie z.B. Büchen oder Müssen entstanden um die Bahnhöfe neue Siedlungskerne. Eine andere Tendenz, nämlich die "Stadtflucht" wohlhabender Hamburger, führte in den Gemein- den an der Bille zur Entstehung von Villenkolonien. Aber auch in Mölln oder Ratzeburg entstanden solche Villensiedlungen. |
| Weimarer Republik und Nationalsozialismus | |
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Der Kreis Herzogtum Lauenburg wurde durch die wirtschaft-
lichen Folgen des Ersten Weltkriegs schwer getroffen. Die Inflation und der Verlust des in Kriegsanleihen angelegten Kapitals nach dem verlorenen Krieg führten auch im Mittel- stand zu einer erheblichen Verunsicherung. Die dadurch aus- gelösten Existenzängste trugen bei den Reichstagswahlen 1924 zu beträchtlichen Stimmenanteilen des Völkisch-Sozia- len Blocks bei, einer rechtsradikalen Gruppierung, die in der Zeit des Verbots der NSDAP entstanden war. Die Jahre der wirtschaftlichen Stabilisierung zwischen 1924 und 1928 brachten keine dauerhafte und tragfähige Erholung der Wirtschaft. Durch öffentliche Aufträge wurde versucht, die Wirtschaft zu beleben. Ein Großprojekt der zwanziger Jahre war der 1925 fertig gestellte Schaalseekanal mit dem Kraft- werk bei Farchau. Wegen der Kohleknappheit nach dem Ersten Weltkrieg war die Suche nach anderen Energiequellen, wie hier der Wasserkraft, forciert worden. Die Arbeitslosigkeit blieb auch in diesen Jahren auf einem relativ hohen Stand, um dann ab dem Winter 1929/30 erheb- lich anzusteigen. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise spiegel- ten sich auch in den Wahlergebnissen der ausgehenden zwanziger und beginnenden dreißiger Jahre. Bei der soge- nannten Erdrutschwahl am 14. September 1930 erzielte die |
NSDAP bereits 25,4% der Wählerstimmen, bei den Reichs- tagswahlen vom 31. Juli 1932 waren es bereits 48,9%, wobei die Nationalsozialisten in den ländlichen Gebieten und in der Stadt Mölln die absolute Mehrheit der Stimmen erhielt. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 begann auch im Kreis Herzogtum Lauenburg die Verfolgung und Unterdrückung politischer Gegner. Die totalitäre Herrschaft wurde sowohl auf der staatlichen wie auch auf der gesellschaftlichen Ebene (durch die Gleichschaltung von Verbänden und Vereinen) durchgesetzt, um die Gesell- schaft im nationalsozialistischen Sinn umzuformen. Der nationalsozialistischen Diktatur gelang es durch staatliche Maßnahmen und die beginnende Aufrüstung relativ rasch, die Arbeitslosenzahlen zu senken. Ein seit langer Zeit diskutiertes Projekt, das für die Entwicklung des Kreises von großer Wichtigkeit war, wurde im gleichge- schalteten nationalsozialistischen Staat 1937 umgesetzt. Am 1. April dieses Jahres trat das "Gesetz über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen" in Kraft. Der Kreis profi- tierte von dieser umfangreichen Gebietsreform und gewann 105,5 km_ an Fläche hinzu. Das bis dahin hamburgische Geesthacht sowie früher zu Lübeck und Mecklenburg gehö- rende Enklaven kamen hinzu. In der Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs wurde die Rü- stungsproduktion im Süden des Kreises wieder aufge- nommen. Die entscheidende Zäsur in der Geschichte des Kreises brachten die Jahre 1943 und 1944 mit dem Zustrom der Bombenevakuierten aus Hamburg und dem Beginn der Fluchtbewegung aus den deutschen Ostgebieten. Dadurch wurde die Sozialstruktur des Kreises grundlegend geändert. |
| Der Kreis nach 1945 | |
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Kriegsbedingte Zerstörungen hatte es lediglich im Süden des Kreises Herzogtum Lauenburg gegeben. Büchen war Ende April 1945 als Eisenbahnknotenpunkt durch einen Luftangriff schwer getroffen worden. Beim Elbübergang der Alliierten bei Lauenburg und den daran anschließenden letzten Kämpfen war es auch zu Opfern unter der Zivilbevölkerung gekommen. Der Norden des Kreises war Anfang Mai 1945 kampflos besetzt worden. Während des Krieges waren im Kreisgebiet zahlreiche Evaku- ierte aus den vom Bombenkrieg zerstörten Städten Lübeck und Hamburg untergebracht worden. Seit Ende 1944 kamen in großem Umfang Flüchtlinge und Vertriebene aus den deut- schen Ostgebieten hinzu, so dass sich innerhalb weniger Mo- nate die Zahl der Einwohner des Kreises verdoppelte. 1950 befanden sich die Einheimischen gegenüber den Flücht- lingen, die 54% der Wohnbevölkerung ausmachten, in der Minderheit. Nicht nur die kurzfristige Unterbringung und Ver- sorgung der Menschen stellte die Verantwortlichen vor große Probleme. Es musste für die neu Hinzugekommenen Wohn- raum gebaut, Arbeitsplätze bereitgestellt und die erforderliche Infrastruktur geschaffen werden. Wegen des fehlenden Angebots an Arbeitsplätzen im Kreis wurden durch staatliche Lenkungsmaßnahmen zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene in den fünfziger Jahren umgesie- delt und auf wirtschaftlich stärker prosperierende Regionen der Bundesrepublik verteilt. Auch durch die Rückkehr von Eva- kuierten in die wieder aufgebauten Großstädte ging die Ein- wohnerzahl des Kreises zunächst zurück. Demgegenüber kamen bis 1961, dem Jahr des Mauerbaus, viele Flüchtlinge aus der DDR. Seit den sechziger Jahren wirkte sich nicht nur ein erheblicher Geburtenüberschuss auf die demografische Entwicklung aus, sondern auch ein anhaltender Zuzug aus den Großstädten in die umliegenden Kreise. Die zunehmende Motorisierung der Bevölkerung ermöglichte eine weitere räumliche Trennung von Wohnort und Arbeitsplatz. Einen Zuwachs verzeichneten besonders die Gemeinden im Umland der Großstädte, während die Gemeinden im ländlichen Raum stagnierten. Von 1961 bis 1987 verdoppelte sich die Zahl der Menschen, die ihren Arbeitsplatz außerhalb ihres Wohnortes hatten. 58% waren es im Jahre 1987, wobei die Zahl der Auspendler deut- lich über der der Einpendler lag. Die Nähe zu den Großstädten Hamburg und Lübeck ermöglichte es dabei vielen Berufstäti- gen, dort ihren Arbeitsplatz zu suchen, ohne ihren bisherigen Wohnort und das vertraute soziale Umfeld aufgeben zu müs- sen. Andererseits wurde der ländliche Raum zu einem attrakti- ven Wohnsitz für frühere Bewohner der nahe gelegenen Groß- städte.
Der Kraftfahrzeugbestand und das Verkehrsaufkommen ha-
ben seit den fünfziger Jahren ständig zugenommen.
Das südliche Kreisgebiet hat durch die Marschenautobahn (A
25) eine enge Anbindung an Hamburg erhalten. Als besonderes Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises nach dem Zweiten Weltkrieg erwies sich die Grenzlage, die die wirtschaftliche, politische und gesellschaft- liche Entwicklung der Region nachteilig beeinflusste. Rund 86 Kilometer einer immer undurchlässiger werdenden Grenze trennten den Kreis Herzogtum Lauenburg vom benachbarten Mecklenburg und schnitten so einen großen Teil des Umlan- des ab. Zu den negativen Auswirkungen der Grenze kam die periphere Lage zu den wirtschaftlichen Zentren hinzu. Die Grenzlage erschwerte jahrzehntelang die Ansiedlung von |
Gewerbebetrieben und die Schaffung neuer Arbeitsplätze, so dass der Arbeitsmarkt nicht im gleichen Umfang wie die Bevölkerungszahlen gewachsen ist. Die "Zonenrandförderung" konnte die Nachteile der Randlage zwar mindern, aber nicht völlig ausgleichen. Impulse gingen in erster Linie von der Nachbarschaft der Großstädte Hamburg und Lübeck aus. Die Wirtschaft des Kreises wuchs deshalb nicht in dem gleichen Maß wie die der übrigen Hamburger Randkreise. Auch im Vergleich zur wirtschaftlichen Entwicklung in Schleswig- Holstein lag der Kreis Herzogtum Lauenburg zurück. Für eine Ansiedlung von Betrieben konnte nach dem Zweiten Weltkrieg eine ganze Reihe von Gebäuden zur Verfügung gestellt werden, die vorher von Rüstungsbetrieben oder militä- rischen Einrichtungen genutzt worden waren. Die Struktur der Wirtschaft änderte sich dahingehend, dass statt weniger Groß- betriebe, die sich als sehr krisenanfällig gezeigt hatten, eine klein- und mittelbetriebliche Struktur herausbildete. Als her- ausragende Wirtschaftsstandorte entwickelten sich die fünf Städte des Kreises und die Gemeinde Büchen, wobei die Stadt Geesthacht als bedeutendster Standort zu nennen ist. In diesen sechs Orten wurden 1987 2/3 aller Beschäftigten und 3/4 aller nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsplätze gezählt. Nach 1945 entwickelte sich vor allem durch die weitere Me- chanisierung und Rationalisierung in der Landwirtschaft die Zahl der Arbeitsstätten und der Beschäftigten rückläufig. Der Bestand an Arbeitsstätten verringerte sich zwischen 1950 und 1987 um 29%. Während der Dienstleistungsbereich seinen Anteil am Gesamtbestand von Arbeitsstätten von 25,7% auf 55,5% steigerte, ging der Anteil des primären Sektors in die- sem Zeitraum von 40,9% auf 9,1% zurück.
Die Landwirtschaft erfuhr nach dem Zweiten Weltkrieg einen
gewaltigen Entwicklungsschub, der durch einen zunehmen-
den Marktdruck beschleunigt wurde.
Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist seit 1950 von ca.
4.000 auf ca. 1.600 Betriebe im Jahre 1991 zurückgegangen,
wobei die Zahl der Nebenerwerbsbetriebe zugenommen hat.
Die Einführung maschineller Produktionsmethoden hat zu
einer Spezialisierung auf einzelne Betriebszweige und damit
zur Abnahme der noch nach dem Zweiten Weltkrieg vorhan-
denen innerbetrieblichen Vielseitigkeit geführt. Besonders signifikant ist die Zunahme beim Raps, der 1950 auf 1,4 % der Ackerfläche zu finden war, 1987 aber bereits auf 20,1 % der Fläche. Die Kartoffel wurde dagegen 1950 noch auf 20% der Fläche angebaut, 1987 nur noch auf 6 % der Fläche. Die Zahl der viehhaltenden Betriebe hat sich verringert, wobei aber die Produktion von Eiern, Milch und Fleisch gesteigert werden konnte. Einen klaren Einschnitt stellte die Flurbereinigung dar, deren Ziel eine größere Effizienz der Landwirtschaft durch verbes- serte Produktions- und Arbeitsbedingungen und ein Ausbau der landwirtschaftlichen Infrastruktur war. Die Struktur der Nutzflächen wurde wesentlich geändert, Dränagesysteme, Straßen und Wege ausgebaut und die Wasserwirtschaft regu- liert. Durch dieses Bündel von Maßnahmen wurde die Land- wirtschaft auf eine neue Basis gestellt. Es veränderte sich neben der ländlichen Sozialstruktur auch das Landschaftsbild. So wurden die seit der Verkoppelung des 18. Jahrhunderts typischen Knicks vielfach beseitigt. Seit dem ersten Flurbereinigungsgesetz von 1953, bei dem noch die Versorgung der durch die Aufnahme von Flüchtlingen stark angestiegenen Zahl von Einwohnern eine wichtige Rolle spielte, ist das Bewusstsein für ökologische Belange ge- wachsen und hat dazu geführt, dass die ökologische Landwirt- schaft an Bedeutung gewonnen hat und auch in der Land- schaftspflege neue Wege beschritten werden. Auch der Charakter der ländlichen Gemeinden hat sich verän- dert. Die Dörfer werden nicht mehr ausschließlich durch Land- wirtschaft geprägt. Zahlreiche neue Wohngebiete sind ent- standen, und Erholung und Tourismus bieten neue Perspekti- ven. |
| Perspektiven des Kreises nach der Grenzöffnung 1989 | |
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Die Öffnung der innerdeutschen Grenze im November 1989
und die Vereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Ok-
tober 1990 haben den Kreis vor neue Herausforderungen
gestellt. Der Kreis hat durch die veränderte politische und
wirtschaftliche Lage Zugang zu neuen Märkten im westlichen
Mecklenburg, in den übrigen Regionen im Osten Deutsch-
lands sowie im östlichen Europa erhalten. Starke Impulse
gehen nach wie vor durch die Wirtschaftszentren Hamburg im
Westen und Lübeck im Norden aus. Der Kreis ist in die Ent-
wicklungsplanung für die Metropolregion Hamburg einbezo-
gen und bietet durch eine Reihe von Standortvorteilen günstige
Voraussetzungen für eine Neuansiedlung von Betrieben und
die Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Die Zunahme von Produktion, Beschäftigung und Einkommen sind Zeichen eines beschleunigten wirtschaftlichen Wachs- tums. Der Kreis Herzogtum Lauenburg, in dem heute knapp |
zu anderen Kreisen des Hamburger Umlandes seine Wirt- schaftskraft schneller steigern. 180.000 Einwohner leben, zog nach der Grenzöffnung im No- vember 1989 verstärkt Zuwanderer an und konnte im Vergleich Festzustellen ist auch eine zunehmende Bedeutung des Dienstleistungssektors in der Wirtschaftsstruktur des Kreises, was ebenfalls Auswirkungen auf die Beschäftigungsentwick- lung des Kreises hat. Ein bedeutendes Entwicklungspotential liegt auf dem touristischen Sektor, da der Kreis neben einem reichen kulturellen Angebot große landschaftliche Schönheit mit einem hohem Freizeit- und Erholungswert besitzt.
C. Lopau |
Der Fachbereich Bau- und Holztechnik, Farb- und Raumgestaltung
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In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich die Ausbildung in den Bauhaupt- und Baunebengewerben zu einer festen Größe. In den Ausbildungsberufen Tischler, Maurer, Zimmerer und Maler erfolgt in Mölln die schulische Ausbildung. In den Berufen Wasserbauer, Straßenbauer, Straßenwärter, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Tiefbaufacharbeiter sowie Beton- und Stahlbetonbauer erfolgt die Beschulung des ersten Ausbildungsjahres im Rahmen der Baugrundstufe ebenfalls in Mölln.
Auszubildende des Maler-, Zimmerer-,
Tischler- und Maurerhandwerks in
traditioneller Arbeitskleidung
Die vergangene Zeitspanne ist durch folgende Entwicklungen gekennzeichnet:
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| Pädagogische Grundsätze | |
|---|---|
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Das Erlernen traditionellen Grund- und Handwerkswissens, der Umgang mit zukunftsweisenden neuen Technologien, Werk-Stoffen und Konstruktionsprinzipien sowie die Vermittlung von Sozial- und Methodenkompetenzen sind grundsätzliche Zielsetzungen der pädagogischen Arbeit. Die pädagogische Vorgehensweise ist hierbei äußerst vielfältig und abwechslungsreich. Neben den bekannten Unterrichtsformen im Klassenverband werden vor allem anhand der Methodenelemente Praktische Fachkunde und Projektarbeit neue Wege gegangen. Hierbei ist die Zielsetzung, dass Auszubildende selbstständig, selbstverantwortlich und kooperativ arbeiten und lernen. Von den Auszubildenden werden an konkreten Produkten in Kleingruppen fächerübergreifend Lerninhalte erarbeitet, diese präsentiert sowie einer Selbst- und Fremdbewertung unterzogen. |
Als Beispiele seien hier exemplarisch genannt:
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| Neue Technologien | |
|---|---|
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Es entspricht dem Selbstverständnis der Abteilung, sich fachlich an technologischen Neuerungen zu orientieren und diese reflektiert in das Unterrichtsgeschehen einzubinden. So wurden in den letzten Jahren folgende Inhalte in den Unterricht integriert:
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![]() |
| Lernortkooperation | |
|---|---|
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Da die Lehrkräfte sich der Tradition der Beruflichen Schulen Mölln verpflichtet fühlen und von deren Richtigkeit überzeugt sind, stellen die unterschiedlichsten Formen der Lernortkooperation mit den Dualpartnern ein wesentliches Element der Organisation der schulischen Berufsausbildung in allen Ausbildungsberufen dar. Hierzu gehören:
Hervorzuheben ist hierbei die Zusammenarbeit zwischen |
Lehrern und Ausbildern in den Ausbildungsberufen der Zimmerer und Maurer. Hierbei werden in einem Drei-Wochen- Block im zweiten Ausbildungsjahr die Inhalte nicht nur fachlich und methodisch abgesprochen, sondern der Unterricht erfolgt zum Teil gemeinsam. ![]() Das Entwickeln von Holzkonstruktionen |
| Entwicklungsperspektiven | |||||||
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Die Arbeit wird getragen von einem Team engagierter und motivierter Kolleginnen und Kollegen, denen die Qualität der Berufsausbildung am Herzen liegt. Hieraus ergibt sich, dass auch für die folgenden Jahre konkrete Zielsetzungen vorliegen:
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Der Fachbereich Elektrotechnik
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Die sich ständig ändernde technische Welt erfasst keine andere
Technik so intensiv wie die Elektrotechnik. Es vergeht kein
Jahr, in dem nicht eine neue Technik auf den Markt kommt und
etablierte Geräte ablöst. Elektrotechnik mit und an aktueller
Technik zu unterrichten, ist Ziel und Aufgabe zugleich.
Die Neuordnung der Elektroberufe 1987 nahm die Stufenausbildung
wieder zurück, und die Betriebe bildeten den Energieelektroniker
mit der Fachrichtung Anlagentechnik und Betriebstechnik
aus. ![]() Mechatroniker bei der Einrichtung eines Bearbeitungszentrums |
Der Wandel der Elektroberufe beinhaltete auch immer eine
inhaltliche, didaktische und methodische Veränderung des
Unterrichtes. Die Elektroabteilung stellte sich diesem Wandel
mit veränderten Raumkonzepten, aktueller sächlicher Ausstattung
und neuen Unterrichtsformen. Entstanden sind Unterrichtskonzepte,
die weit über die Schule hinaus Anerkennung
finden. Viele Landes- und Bundesfortbildungsveranstaltungen
für Lehrer zeugen von diesem guten Ruf. ![]() Installationsarbeiten in der Werkstatt |
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Der Kfz-Mechaniker steht in der Hitliste der beliebtesten Ausbildungsberufe
seit Jahrzehnten ganz vorne. Die Faszination
der Jugend für die Technik, insbesondere zum Auto, ist ungebrochen.
Das Berufsbild hat sich jedoch im Laufe der Jahre
grundlegend geändert. Aus einem klassischen Metallberuf
entwickelte sich ein Dienstleistungsberuf, der ohne PC-Technik
nicht mehr vorstellbar ist. ![]() Schüler am Testgerät
1982 wurde eine neue 290 qm große Kfz-Werkstatt eingeweiht.
Die Sachausstattung der neuen Werkstatt konnte mit
Mitteln des Trägers, der Kfz-Innung und der Inanspruchnahme
von Handwerksfördermitteln auf ein technisches Niveau gebracht
werden, das seines Gleichen sucht. |
konnte bis zum Jahre 2000 die Ausstattung auf etwa 30 lauffähige
Motoren, mehrere Rohbaukarosserien, diverse Aggregate wie
Getriebe und 14 neuwertige Autos mit elektronischer Komplettausstattung
ausgebaut werden. Der Schulträger und die
Innung konnten durch diese Aktionen im Haushalt merklich
entlastet werden und dafür andere wichtige Sachmittel wie
Testgeräte mit PC-Anschluss anschaffen. Durch eine direkte
Internet-Anbindung der Kfz-Werkstatt zu Automobilwerken
können Schüler mit den modernen Medien vertraut gemacht
werden. Technische Informationen von Herstellern sind direkt
abrufbar. ![]() Kfz-Schülerin bei der elektronischen Achsenvollvermessung
Die überbetriebliche Ausbildung der Kfz-Mechaniker-Lehrlinge
findet auch in den Werkstätten der Berufsschule statt. Der
wichtige Kontakt zu den Betrieben ist somit selbstverständlich
und wird kontinuierlich ausgebaut. Die Mehrfachnutzung der
Sachausstattung durch Schule und Innung verläuft problemlos. |
| Werkstätten und Labore |
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Im Mai 1946 wurde in Mölln die Berufsschule im Gudower Weg
(heutige Bibliothek) wieder eröffnet und mit einer kleinen Metall-
und Schweißwerkstatt für die überbetriebliche Ausbildung
ausgestattet. Mit dem Neubau der Berufsschule in der Kerschensteinerstraße
wurde im Jahre 1960 die Metall- und die
Schweißwerkstatt in diese Räume verlegt und mit einer
Schmiede, 24 Metallarbeitsplätzen und wenigen Dreh-, Fräsund
Bohrmaschinen eingerichtet. Raumenge und steigende
Schülerzahlen in den metallverarbeitenden Berufen erforderten
1977 den Neubau der heute noch bestehenden Metallwerkstatt.
Neben 50 Metallarbeitsplätzen erhielt diese Werkstatt mit
Hilfe der Handwerksförderung 7 Bohr-, 4 Fräs- und 9 Drehmaschinen.
Neben der Durchführung überbetrieblicher Lehrgänge
für die metallverarbeitenden Handwerksberufe erfolgt in
dieser Metallwerkstatt die praktische Ausbildung für die Berufsfachschule
Technik und für das Fachgymnasium Technik
sowie die Vermittlung metalltechnischer Grundlagen für die
berufsvorbereitenden Maßnahmen. |
![]() Arbeitsplätze Gasschmelzschweißen
Ausbildungsziel 40 bzw.
80 Ausbildungsstunden. Die Kursgebühren werden anteilig von
den Innungen, dem Land und dem Bund entrichtet. |
| Industriemechaniker/-in |
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Die Entwicklung der Ausbildungsordnungen seit 1969 hatte zu
einer immer ausgeprägteren Trennung von Fertigkeiten einerseits
und Kenntnissen andererseits in den Ausbildungsrahmenplänen
der Metallberufe geführt. In dieser Zeit waren im
Kreis Herzogtum Lauenburg Hauptträger der gewerblichen
industriellen Berufsausbildung die Firmen Fette und Tuchenhagen,
die Wilhelmsburger Maschinenfabrik und die Hitzler-
Werft. Diese Firmen bildeten u.a. Maschinenschlosser, Betriebsschlosser,
Werkzeugmacher, Dreher, Fräser, Schleifer,
Bohrwerkdreher und Blechschlosser aus. Durch die Neuordnung
der Metallberufe im Jahre 1987 wurden diese traditionellen
Berufe durch den Industriemechaniker und den Zerspanungsmechaniker
ersetzt. |
in den Fachrichtungen Maschinen- und Systemtechnik,
Produktionstechnik und Betriebstechnik hier an der
Berufsschule ausgebildet werden. |
| Zerspanungsmechaniker/-in |
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Die Technologie des Zerspanens von Metall wurde zunächst für die metallverarbeitenden Berufe im Wesentlichen durch Demonstration unterrichtet. Hierfür stand eine Drehscheibe zur Verfügung, auf der die jeweilige Maschine (Drehmaschine, Fräsmaschine, Ständerbohrmaschine, Stoßmaschine) von allen Seiten den Schülern präsentiert werden konnte. Mit der Neuordnung der Metallberufe wurden nicht nur die bisherigen Berufe Dreher, Fräser, Schleifer umbenannt in Zerspanungsmechaniker mit den Fachrichtungen Dreh-, Fräs- und Schleiftechnik, sondern viel bedeutender war die rasante Entwicklung in der PC-Technik mit den daraus resultierenden neuen Lerninhalten. Die bis dahin manuelle Fertigung eines Werkstückes wurde durch eine prozessgesteuerte Fertigung abgelöst. |
Landesweit erhielten im Jahre 1986 die Berufsschulen zunächst WANG-Rechner und die Programmiersoftware OPUS, mit der die CNC-Ausbildung auch in Mölln begonnen wurde. Im Jahre 1987 folgte dann die Ausstattung der Berufsschulen mit einer CNC-Maschine, die Berufsschule Mölln entschied sich für eine Gildemeister Drehmaschine CT40 mit einer EPL2- Steuerung. Der Fortschritt in der PC-Technik und in der Programmierung der Maschinensteuerungen erforderte in den Jahren darauf die Anschaffung einer neuen Computergeneration und mehrere Software-Updates. Im Jahre 2000 wurde die Ausbildung in den metallverarbeitenden Berufen durch die Anschaffung eines CNC-Bearbeitungszentrums DMG mit einer Heidenhain-Steuerung erweitert. |
| CNC-Bearbeitungszentrum |
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![]() |
Mit diesem modernen CNC-Ausbildungszentrum können die Beruflichen Schulen in Mölln nicht nur die Erstausbildung durchführen, sondern sind auch in der Lage, künftig Lehrgänge im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung sowie Weiterbildungveranstaltungen in der Technologie des Zerspanens anzubieten. |
| Metallbauer/-in |
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Im Laufe der geschichtlichen Entwicklung entstanden neben
dem bekannten Beruf des Schmieds die Handwerksberufe
Bauschlosser, Blechschlosser, Stahlbauschlosser, Schmelzschweißer
u.a. In den vergangenen 40 Jahren drängte die
technische Entwicklung die Anforderungen bezüglich der körperlichen
Arbeit und der handwerklichen Fertigkeiten immer
mehr zurück. Die Entwicklung der CNC-Maschinen und die
industrielle Vorfertigung von Werkstücken und ganzen Baugruppen
veränderten die Ansprüche an den handwerklichen
Metallbauberuf. Neben den fachspezifischen Inhalten werden
im Unterricht heutzutage Grundlagen der Elektrotechnik, CNC
und Steuerungstechnik vermittelt. |
des Metallbauers mit der Fachrichtung "Konstruktionstechnik"
etabliert, vereinzelt werden auch Auszubildende mit der Fachrichtung
Metallgestaltung in diese Klassen integriert. |
| Landmaschinenmechaniker/-in |
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Aus dem Berufsbild des klassischen Dorfschmieds entwickelte
sich in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts der Spezialist für
die zunehmend motorisierte und mechanisierte Landtechnik,
der heutige Ausbildungsberuf des Landmaschinenmechanikers. |
Bremsanlagen, Hydraulik, Elektrotechnik und Elektronik
bis hin zu satellitennavigationsgestützten
Ernte-, Dünge- und Pflanzenschutzmaschinen.
Computer und elektronische Steuerungen haben auf Ackerschleppern
und Mähdreschern längst ihren festen Platz. Der
Berufsschulunterricht für die Landmaschinenmechaniker hat
diese atemberaubende Entwicklung mit vollzogen. |
| Gas- und Wasserinstallateur/-in |
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Vor dreißig Jahren beauftragte man für die Installation und Reparatur von Sanitäreinrichtungen noch den Klempner und Installateur; heute übernimmt diese Arbeiten der Gas- und Wasserinstallateur. Entsprechend wandelten sich die Inhalte des Berufes, zu den bis dahin üblichen Arbeiten sind inzwischen weitere Arbeitsschwerpunkte wie Altbausanierung, Modernisierung der Zentralheizungen, elektronische und computergestützte Steuerungen und Regelungen von Heizungsanlagen, der Einsatz von Wärmepumpen und die Solartechnik gekommen. Auf Grund dieser Überschneidungen in den Berufsinhalten werden daher in einigen Jahren der Gas- und Wasserinstallateur und der Heizungsbauer einen gemeinsamen Beruf bilden. Immer energiesparendere und umweltschonendere Gasheizungen kommen auf den Markt und müssen von den Installateuren beherrscht werden. Hierfür steht ein Gaslabor, ausgestattet mit den modernsten Gasgeräten und Prüfständen, zur Verfügung. Dieses Labor wurde mit großzügiger finanzieller und aktiver Unterstützung der Innung eingerichtet und am 24. September 1992 eingeweiht. Seitdem finden hier die überbetrieblichen Maßnahmen der Innung statt sowie die praktische Fachkunde in Ergänzung zum Berufsschulunterricht. Die Herstellerfirmen der Gasgeräte unterstützen diese Laboreinrichtung mit einer regelmäßigen Förderung beim Austausch der Geräte und in der Ausbildung an diesen neuesten Geräten. Seit Mitte 1996 wird ein Wassergerätelabor, welches in Eigenarbeit und mit Unterstützung des Dualpartners entstanden ist, für die Ausbildung genutzt. Hier können |
Elektrowarmwasserbereiter und die verschiedensten Wassergeräte und - armaturen im praktischen Betrieb untersucht werden. Da die handwerkliche Tätigkeit immer mehr durch Vorfertigungen ersetzt wird, müssen Beratung und Planungshilfen in den Unterricht einfließen. In Mölln werden im ersten Ausbildungsjahr die Gas- und Wasserinstallateure gemeinsam mit den Zentralheizungs- und Lüftungsbauern beschult. Danach setzten Letztere ihre Fachausbildung in der Landesberufsschule in Garding fort, die Gasund Wasserinstallateure beenden ihre Ausbildung in Mölln mit der Gesellenprüfung, die selbstverständlich in den Räumen der Berufsschule in Mölln stattfindet. ![]() Gaslabor |
| Werkstätten |
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![]() Malerwerkstatt |
![]() Tischlerwerkstatt |
![]() Metallwerkstatt |
![]() Die Überbetriebliche Ausbildungsstätte und die Sporthalle |
Der Fachbereich Büro und Verwaltung
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An den Beruflichen Schulen ist neben den Ausbildungsgängen
Verwaltungsfachangestellte/r und Bürokauffrau/mann dem
bundesweiten Trend Rechnung getragen worden. Nunmehr
seit drei Jahren werden auch Auszubildende zum Kaufmann/
frau für Bürokommunikation unterrichtet. ![]()
Den traditionellen Unterrichtsinhalten aus der Wirtschaftslehre,
dem Rechnungswesen, der Gemeinschaftskunde und Textverarbeitung
sind weitere gefolgt. Geforderte Schlüsselqualifikationen,
speziell in den Büro- und Verwaltungsberufen, sind
grundlegende Beherrschung der deutschen Sprache in Wort
und Schrift sowie Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit,
werden im Schulalltag vermittelt. |
Darüber hinaus wird die kommunikative Kompetenz vermittelt,
Medien sachgerecht und zielorientiert, kreativ sowie selbständig
und verantwortungsbewusst zu nutzen. Der großen Bedeutung des Auslandsgeschäftes der deutschen Wirtschaft wird insofern Rechnung getragen, als das im ersten Ausbildungsjahr durchgängig eine Fremdsprache (bisher Englisch, zukünftig auch Spanisch) unterrichtet wird und sich die Schüler mit einer speziellen Prüfung zusätzlich qualifizieren können (Zertifikat nach den Richtlinien der Kultusministerkonferenz). Des Weiteren werden die vielfältigen Möglichkeiten der Beruflichen Schulen für Projekte mit anderen Abteilungen genutzt. Schülerinnen und Schüler haben somit die Möglichkeit, praxisgerecht Arbeitsabläufe durchzuführen. ![]() Datenverarbeitung in der Ausbildung Neben der Unterrichtserteilung in den Fächern der landeseinheitlichen Lehrpläne werden an den Beruflichen Schulen auch Hilfe- und Prüfungsvorbereitungen durchgeführt. Durch die Einführung spezieller Prüfungsvorbereitungs- unterrichte in den Oberstufen sollen die Prüfungsergebnisse weiter verbessert werden. |
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Ab 1977 erfolgt aufgrund des Raummangels im Haupt- gebäude in der Kerschensteinerstraße 2 die Ausgliederung der ersten Klassen in die Landwirtschaftsschule in der Schmilauer Str. 66 (Bankkaufleute) als Gäste, da dort - in einer Schule unter der Gebäudeträgerschaft des Kreises - wegen der abnehmenden Zahl der Besucher der landwirtschaftlichen Berufsfachschulen Räume zur Verfügung standen. Da sich dieser Trend fortsetzte, kam es im Jahr 1994 zu einer Kooperation zwischen dem Kreis und der Landwirtschaftskammer zum "Agrarischen Zentrum", um den Schulstandort Mölln für die Landwirtschaft zu erhalten. 1998 gab die Kammer den Schulstandort Mölln auf und das Gebäude stand für die Nutzung unserer Schule zur Verfügung. Nachdem vorher schon die Industriekaufleute und die Kaufleute im Groß- und Außenhandel dort beschult worden waren, konnten jetzt auch noch die Kaufleute im Einzelhandel hier untergebracht werden, so dass die gesamte kaufmännische Abteilung I hier zur Zeit ihren Platz hat. Wie im gesamten Berufsschulbereich hielt vor allen Dingen bei der kaufmännischen Ausbildung seit Anfang der 80er Jahre der Unterricht am PC seinen Einzug. Ein Raum mit 14 Schülerarbeitsplätzen steht in der Landwirtschaftsschule zur Verfügung, ein zweiter mit 12 Arbeitsplätzen ist seit Februar 2001 durch große Eigeninitiative der Kolleginnen und Kollegen sowie der Hausmeister dazugekommen. In allen Berufen der kaufmännischen Ausbildung wird der Teilzeitunterricht mit 12 Stunden in der Woche, d.h. 1.440 Std. während der Gesamtausbildung erteilt, wobei die Aufteilung auf einzelne Berufsschultage in Anlehnung an das "Schleswig -Holstein Modell" vorgenommen wird. Die Neugestaltung der Rahmenlehrpläne ab dem Jahr 1997 hat bisher die Berufe "Kaufleute im Groß- und Außenhandel" und "Bankkaufleute" erfasst. Für die Industriekaufleute und die Kaufleute im Einzelhandel sowie für Verkäufer steht diese Umgestaltung unmittelbar bevor und dürfte in den nächsten 2 Jahren abgeschlossen sein. Neu an diesen handlungsorientierten Rahmenlehrplänen ist die Aufteilung in Lernfelder, die fächerübergreifend den Stoff vermitteln und PC-gestützt sind. |
Diese Form der Vermittlung von schulischen Ausbildungsinhalten könnte in Zukunft dazu führen, die Verweildauer in der Schule variabler zu gestalten und so eventuell auch die Ausbildungsdauer flexibler zu handhaben. Ein Angebot, das nach Abstimmung mit den Ausbildungsbetrieben auch deren Interessen entgegenkommen könnte.
Seit 1999 werden Auszubildende des 1998 neu geschaffenen
Berufs "Automobilkaufmann / Automobilkauffrau" an unserer
Schule unterrichtet. Mit Beginn des laufenden Schuljahres
werden die Auszubildenden der Unterstufe der Rechtsanwaltsund
Notarfachangestellten an unserer Schule unterrichtet. Ab dem Schuljahr 1997/98 wird der Englischunterricht in den kaufmännischen Teilzeitklassen mit einer eigenständigen Prüfung auf freiwilliger Basis abgeschlossen, bei deren Bestehen ein gesondertes Zertifikat durch die Schule gemäß Vereinbarung der Kultusministerkonferenz erteilt wird. Seit dem Schuljahr 2000/2001 geschieht dies landeseinheitlich. Dadurch entsteht eine wesentliche Entlastung der Kolleginnen und Kollegen, die in diesen Bereichen den fachspezifischen Englischunterricht erteilt haben und bisher mit der Erstellung der Prüfungsaufgaben und der Organisation der Prüfungsdurchführung zusätzlich belastet waren. |
Der Fachbereich Landwirtschaft
![]() Das "Haus der Landwirtschaft", die alte Landwirtschaftsschule in der Schmilauer Strasse
Der Berufsschulunterricht der Landwirtinnen und der Landwirte
ist im Jahre 1994 vom Schulgebäude in der Kerschensteiner
Strasse in das "Haus der Landwirtschaft" in die Schmilauer
Strasse verlagert worden. |
stellen für die landwirtschaftliche Berufsausbildung in unserem Kreis
eine gute Basis dar, die auch über Kreis- und Landesgrenzen hinaus
eine große Anziehungskraft besitzt. |
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Dem Fachbereich Gesundheit sind die Ausbildungsberufe der
Arzthelferin, der Zahnarzthelferin und der Pharmazeutisch- kaufmännischen
Angestellten zugeordnet. Zu den jeweiligen Kreisvereinigungen der Ärzteschaft, der Zahnärzteschaft und der Apothekerschaft bestehen gute Kontakte, so dass das duale System der Berufsausbildung auch für den Gesundheitsbereich erfolgreich wirkt.
An den Beruflichen Schulen in Mölln werden in drei Ausbildungsjahren
insgesamt etwa 80 Arzthelferinnen, 60 Zahnarzthelferinnen
und 25 Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte
ausgebildet. Der Gesundheitsbereich hat sich damit zu einem weiteren stabilen Segment der Beruflichen Schulen des Kreises Herzogtum Lauenburg entwickelt. Dieser Tatsache wurde letztendlich auch seitens des Kreises als Schulträger mit dem |
Bau des Gesundheitstraktes (G-Trakt) im Jahre 1990 Rechnung getragen.
Dank eines schlüssigen Konzepts sind im G-Trakt außer
den Klassen des Fachbereiches Gesundheit noch die Friseur/-
innenklassen des Fachbereiches Körper- pflege und die Biologie
untergebracht. ![]() Auszubildende Arzthelferinnen der Unterstufe üben im Umgang mit dem Mikroskop die Leukozytenzählung (Zählung der weißen Blutkörperchen im Blut) im Laborkundeunterricht |
Der Fachbereich Hauswirtschaft
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Nach dem Krieg wurde bereits 1949 mit der Gründung der
Haushaltungsschule an der Kreisberufsschule, der Grundstein
für eine qualifizierte Aus -und Weiterbildung im Berufsfeld
Hauswirtschaft gelegt. Seit den 70er Jahren befindet sich dieser
Ausbildungsbereich in einem ständigen Umbruch! |
Den typischen Arbeitsplatz im Privat- oder Großhaushalt gibt
es faktisch nicht mehr - dafür gibt es vielfältige Einsatz- möglichkeiten
auf dem Arbeitsmarkt, wie z.B. bei Service-Agenturen, Dienstleistungs- und Cateringunternehmen.
Verstärkt nachgefragt werden in Zukunft hauswirtschaftliche
Dienstleistungen im ambulanten Bereich und bei der Betreuung
von Senioren, Kindern und Behinderten in kleinen Wohngruppen.
Bei diesen Tätigkeiten werden Hausarbeit, Sozialarbeit
und eventuell Grundpflege eng vernetzt sein. ![]() Lehrküche |
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Der Berufsschulunterricht für Friseurinnen und Friseure fand
bis zum Jahre 1990 unter sehr beengten Verhältnissen im
Erdgeschoss des A-Traktes statt. |
Die Zwischen- und Gesellenprüfungen für Friseurinnen und Friseure werden in den Fachräumen abgenommen. ![]() Gesichtskosmetik verlangt Fachwissen und Konzentration. Die auszubildenden Friseurinnen geben sich alle Mühe. |
Der Fachbereich Nahrungsgewerbe
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Im Kreis Herzogtum Lauenburg bilden 23 Innungsbetriebe der
Bäcker fast 60 Auszubildende zur Bäckerin und zum Bäcker
und fast 80 Auszubildende zur Bäckereifachverkäuferin aus.
Während die Anzahl der auszubildenden Bäcker in den letzten
Jahren konstant geblieben ist, hat die Zahl der Bäckereifachverkäuferinnen
zugenommen, was wohl auf die stark angestiegene
Zahl der Back- und Verkaufsfilialen der Bäckereien in
den Supermärkten zurückzuführen ist.
![]() Bäckereifachverkäuferinnen führen ein Verkaufsgespräch im neuen Verkaufsraum |
Im Bereich der Fleischerei bilden 20 Ausbildungsstätten fast 60
Auszubildende der Berufe Fleischer/-in und Fleischereifachverkäufer/-
in aus. Die Schülerzahlen begrün- den ebenfalls aufsteigende
Fachklassen (Unter-, Mittel- und Oberstufe), so dass
auch für diesen Bereich im Rahmen der Beschulung vor Ort
eine Modernisierung der Fleischerwerkstatt beabsichtigt ist.
Durch das gestiegene Bewusstsein der Verbraucher für gesunde
Nahrungsmittel kommt einer guten Ausbildung der Fleischer
und der Fleischereifachverkäuferinnen eine große Bedeutung
zu. ![]() Die Bäckerei |
Der Fachbereich Sonderpädagogik
| Ausbildungsvorbereitendes Jahr |
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Das Ausbildungsvorbereitende Jahr Hauswirtschaft/ Technik
(AVJ) ist eine einjährige Vollzeitmaßnahme, in der sich der
Theorie- und Praxisunterricht die Waage halten. Ziel des AVJ
ist es, Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Ausbildungsvorbereitung
berufsrelevante Fähigkeiten (z.B. Teamfähigkeit
usw.) zu vermitteln. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit,
bei entsprechenden theoretischen Leistungen einen
dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss zu erlangen.
Bereich Zimmerei: ![]()
Bereich Hauswirtschaft: |
Soziales Projekt: ![]() Im Rahmen eines 2-3wöchigen Betriebspraktikums wird den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, sich einen Einblick in die Arbeitswelt zu verschaffen. Daneben hat sich gezeigt, dass das Praktikum die Chance auf einen Ausbildungsplatz vergrößert. Weitere Aktivitäten innerhalb des Schuljahres sind zum Beispiel: Kennenlernfahrt, BIZ-Besuch, Theaterbesuch, Erste- Hilfe-Kurs, Haut und Körperpflegekurs. Um den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gerecht zu werden, ist im AVJ-Hauswirtschaft für das nächste Schuljahr geplant als Unterrichtsform den "Offenen Unterricht" einzuführen, bei dem das selbständige Lernen im Vordergrund steht. |
| Jugendliche ohne Ausbildungsverhältnis |
|---|
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In den Klassen für Jugendliche ohne Ausbildungsverhältnis werden Schülerinnen und Schüler einmal wöchentlich unterrichtet, die Ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben, über keinen Ausbildungsplatz verfügen, aber noch berufsschulpflichtig sind. Durch den Besuch dieser Klasse kann kein weiterführender Schulabschluss erreicht werden. Daraus resultiert häufig eine mangelnde Motivation seitens der Schüler. Die Teilnehmer bringen keine homogenen Lernvoraussetzungen mit (von Förder- bis Realschule). Dies führt zu schwierigen Unterrichtsbedingungen. |
Die Aufnahme eines Beschäftigungsverhältnisses
wird dadurch erschwert, dass die Betriebe den Berufsschultag
als Arbeitstag entgelten müssen. |
| Berufsvorbereitende Maßnahmen |
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Die Schülerinnen und Schüler sind Teilnehmer der Arbeitsamtmaßnahme
"Maßnahme zur Verbesserung der beruflichen
Bildungs- und Eingliederungschancen". Diese Übergangshilfe
zur Berufsausbildung oder zur Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses
wird vom Institut für berufliche Qualifizierung (IFBQ)
Schwarzenbek in Zusammenarbeit mit den Beruflichen Schulen
Mölln durchgeführt. |
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchen parallel zur
praktischen Ausbildung die Berufsschule in Mölln. Der Unterricht
findet an zwei Tagen in der Woche statt. Hier erhalten die
Schülerinnen und Schüler die Chance, bei entsprechenden
Leistungen den Hauptschulabschluss zu erwerben. |
| Das Projekt "Klassenschiff" | |
|---|---|
Die Geeste |
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M/S "Geeste" Das ehemalige Binnenschiff wurde 1990 vom Schulträger auf Initiative einer Lehrergruppe der Fachgruppe Sonderpädagogik in Bremen angekauft. Seitdem wird es im Rahmen projektorientierten Unterrichts im Bildungsgang Ausbildungsvorbereitendes Jahr zu einem schwimmenden Klassenraum bzw. Klassenschiff aus- und umgebaut. Die Arbeiten und der Unterricht auf dem Schiff sollen den Schülerinnen und Schülern durch Kennenlernen der Berufsfelder Holz, Metall, Farbe und Bau Hilfen bei Ihrer Berufswahl geben und sie zur Berufswahl- und Ausbildungsreife führen. Die für das erfolgreiche Bestehen in Ausbildung und Beruf notwendigen Sozial-, Fach-, und Methodenkompetenzen werden durch das gemeinsame Planen und Durchführen der handwerklichen Arbeiten und der mit dem Klassenschiff durchgeführten Fahrten erfolgreich gefördert. |
Die Kennenlernfahrt zum Beginn des Schuljahres, der Elternabend an Bord, der Theaterbesuch mit Übernachtung auf dem Schiff, die einwöchige Abschlussfahrt auf dem Elbe-Lübeck- Kanal und der Elbe, als auch die kontinuierlichen Arbeiten am und auf dem Schiff im Rahmen des Unterrichtes machen die Arbeit mit der oftmals aus problembehafteten sozialen Umfeldern stammenden Schülergruppe erfolgreich. Der Ausbau der Geeste ist bereits soweit fortgeschritten, dass die sie im Jahr 1997 von der Schiffsuntersuchungs- kommission als Motorfahrgastschiff abgenommen wurde. Es wurden sieben Kajüten mit 28 Schlafplätzen geschaffen, ein Aufenthaltsraum mit Küchenzeile eingerichtet und das Schiff im technischen Bereich überholt. Ermöglicht wurde und wird das Projekt durch den engagierten Einsatz der beteiligten Lehrkräfte und Schüler, Spenden von Firmen und öffentlichen Institutionen sowie tatkräftiger Unterstützung des städtischen Bauhofs Mölln, des Wasser- und Wirtschaftsamtes Lauenburg und anderer Unternehmen. |
Zertifizierung von Fremdsprachenkenntnissen in der beruflichen Bildung
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Hintergrund: Der Europäische Referenzrahmen für das Lernen
und Lehren von Fremdsprachen Wer stellt das Schaubild zur Verfügung? Diese gemeinsame Basis zielt darauf ab, die internationale Zusammenarbeit zu fördern.
In der beruflichen Bildung wurde auf Kultusminister-Ebene
bereits sehr früh und konsequent auf diese Entwicklung reagiert.
Direkt orientiert an diesem Referenzrahmen wurde die
Zertifizierung von Fremdsprachen in der Beruflichen Bildung
entwickelt. Dieses Zertifikat dient als europaweit anerkannter
Beleg über Fertigkeiten in einer Fremdsprache zur Vorlage bei
(zukünftigen) Arbeitgebern. |
Dabei werden drei Niveaustufen angeboten (vgl. Tabelle): Die Prüfung wird jeweils in einer der drei Niveaustufen abgenommen. Die Beschreibungen der Niveaustufen sind bundesweit einheitlich definiert. Je Niveaustufe wird die Prüfung differenziert nach Erfordernissen der verschiedenen Berufsbereiche, wie z.B.
durchgeführt. Innerhalb der Berufsbereiche können weitere
Konkretisierungen bis zur Ebene des einzelnen Berufes vorgenommen
werden.
Die Prüfung ist bestanden, wenn der schriftliche und der mündliche Prüfungsteil bestanden sind; ein Ausgleich ist nicht möglich. |
| Das KMK-Zertifikat in Schleswig-Holstein |
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In Schleswig-Holstein waren die Beruflichen Schulen des Kreises
Herzogtum Lauenburg in Mölln landesweit die erste berufsbildende
Schule, die sich dieser Herausforderung stellte.
Bereits im Schuljahr 1997/1998 nahmen vier Kolleginnen Prüfungen
in verschiedenen kaufmännischen Ausbildungsberufen
ab. |
Prüfungs- und Bewertungsvorschläge zu erarbeiten.
Weitere Prüfungsvorschläge
- für Ausbildungsberufe und / oder Niveaustufen, die
die AG nicht anbietet - können selbständig von den Schulen
erarbeitet werden. Sie müssen der AG zur Genehmigung eingereicht
werden. |
| Solaranlage auf den Beruflichen Schulen |
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Seit dem 02. November 1998 steht auf dem Dach des ETraktes
(alte Bauhalle) eine Photovoltaikanlage. Die Beruflichen
Schulen hatten sich erfolgreich für ein Projekt SONNEonline
beworben, das von dem Stromversorger PREUSSEN
ELEKTRA und Partnerunternehmen initiiert wurde.
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Der Kreis ließ auf dem Dach des E-Traktes ein begehbares
Gerüst herstellen, und der LK Elektrotechnik (12. Jahrgang)
konnte am 2. November mit dem Aufbau der Anlage beginnen.
Innerhalb von 6 Stunden waren die Solarzellen und ein Schaltschrank
montiert, so dass am nächsten Tag die Schüler der
Elektroinstallateur- und Energieelektroniker- Mittelstufe die
Elektroinstallation vornehmen konnten. Dazu war in den Wochen
vorher schon von Schülern der Elektroinstallateur Gesellenstufe
ein ca. 30m langer Kabelkanal angebracht worden. So
konnte der Physik-Grundkurs (12. Jahrgang) an einem Tag der
offenen Tür unserer Schule schon in beeindruckender Weise
die Funktion der Anlage demonstrieren. Trotz des regnerischen
Wetters lieferte die Anlage eine elektrische Leistung
zwischen 50 und 100W. Also ließ sich schon eine Glühlampe
und, wenn es etwas heller wurde, sogar ein kleiner Motor betreiben.
Seit dem 1. Dezember 1998 ist die Anlage vollständig
in Betrieb. |
| Projekt Schulbank (aus dem Kunstunterricht) |
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Fachgymnasium, Fachschulen und Berufsfachschulen
| Fachgymnasium |
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1949 begann die offizielle Geschichte des Fachgymnasiums in Schleswig-Holstein, zunächst in Form der Wirtschafts- oberschule, übergehend in das Wirtschaftsgymnasium und in das Fachgymnasium, unterteilt in vier Zweige, heute in fünf Schwerpunkte: Agrarwirtschaft, Ernährung, Gesundheit und Soziales, Technik und Wirtschaft. 1969 wurde an den Beruflichen Schulen des Kreises Herzogtum Lauenburg in Mölln der erste Jahrgang für das Technische Gymnasium eingeschult. Hierzu das Lauenburgische Tagesblatt in den Lübecker Nachrichten vom Sonnabend, 16. August 1969, Nr. 189: "Mit dem Technischen Gymnasium habe nun jeder begabte und bildungswillige Volks- und Realschüler die Möglichkeit, über den Besuch der Berufsfachschulen oder der Berufsaufbauschulen die fachgebundene Hochschulreife zu erreichen. Die schulpolitischen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte hätten es deutlich werden lassen, dass Bildung und Ausbildung keine Gegensätze mehr seien."
Bild von Herrn Bersch einfügen
1979 beendete der erste Jahrgang des Fachgymnasiums in
Schleswig-Holstein die Schulzeit am Fachgymnasium mit der
Verleihung der allgemeinen Hochschulreife an zwei Beruflichen
Schulen: im Zweig Wirtschaft an den Beruflichen Schulen
am Ravensberg in Kiel und in den Zweigen Technik, Wirtschaft
und Sozialwirtschaft an den Beruflichen Schulen in Mölln. |
Die Studienstufe am Fachgymnasium mit dem Abschluss der
allgemeinen Hochschulreife ist in der Bildungslandschaft des
Kreises Herzogtum Lauenburg, ebenso wie im Land Schleswig-
Holstein, fester Bestandteil geworden. ![]() Zwei Schülerinnen des Fachgymnasiums, wirtschaftlicher Zweig, 12. Jahrgang, Grundkurs Physik, bei der Erläuterung des Projektes "Sonne- Online" anlässlich der Tage der Tage der offenen Tür Anfang November 1998, gemeinsam und in Absprache geplant, konstruiert und gebaut mit den Mittelstufen der Elektroinstallateure und Energieelekroniker sowie der Gesellenstufe der Elektroinstallateure. Es bleibt die Hoffnung, dass diese Einrichtung auch in den kommenden Jahren vielen jungen Menschen die Möglichkeit bieten kann, die allgemeine Hochschulreife, aufbauend auf dem Realschulabschluss bzw. dem Berufsausbildungs- abschluss mit der entsprechenden Zusatzqualifikation, zu erwerben. |
| Die Berufsfachschule für Kaufmännische Assistenten |
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Als in den 80er Jahren das Lehrstellenangebot zurückging und immer mehr Jugendliche keine Lehrstelle fanden, führte man 1986 atypisch zum dualen Ausbildungssystem den Wirtschaftsassistenten, eine zweijährige schulische Berufsausbildung, ein, um weiterhin einen qualifizierten kaufmännischen Nachwuchs auszubilden und Jugendlichen mit Realschulabschluss eine berufliche Perspektive zu bieten. Das Angebot wurde mehr der Not gehorchend denn aus Überzeugung angenommen und wurde in erster Linie zur Verbesserung der beruflichen Einstiegsmöglichkeiten genutzt. Attraktiv machte die Ausbildung zum staatlich geprüften Wirtschaftsassistenten die Möglichkeit, zeitgleich durch Belegung eines Zusatzangebotes den schulischen Teil der Fachhochschulreife zu erwerben. Nach einem mindestens halbjährigen Praktikum konnte so ein Studium an einer Fachhochschule aufgenommen werden. 1999 wurde die Ausbildung den geänderten Gegebenheiten angepasst. Ausgebildet wurde in 2 Jahren zum staatlich geprüften Kaufmännischen Assistenten in der Fachrichtung Fremdsprachen und in der Fachrichtung Informations- verarbeitung. Die "renovierte" Ausbildung findet in jüngerer Zeit mehr und mehr Anerkennung von Seiten der Wirtschaft, was die Attraktivität und damit auch die Bewerberzahlen steigen lässt. Nach wie vor liegt aber ein Schwerpunkt in der Möglichkeit, den schulischen Teil der Fachhochschulreife zu erwerben, um nach einem mindestens halbjährigen Praktikum ein Studium an einer Fachhochschule aufnehmen zu können. Die beiden Fachrichtungen setzen sehr unterschiedliche Akzente. Die Fachrichtung Fremdsprachen setzt deutlich auf Sprachkompetenz, angeboten werden zur Zeit Englisch, Spanisch und Französisch, während die Fachrichtung Informationsverarbeitung ganz auf Fachkompetenz im Umgang mit der modernen Informationstechnologie setzt. Beiden Fachrichtungen gemeinsam ist die Arbeit im Lernbüro, die den für die Berufsausbildung notwendigen fachpraktischen Teil abdeckt. |
![]() ![]() Lernbüro |
| Die Fachoberschulen |
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Zur weiteren Verbesserung des zweiten Bildungsweges und als Teilalternative zum Fachgymnasium, wurde im Jahre 1990 in Mölln erstmalig eine Klasse der Fachoberschule Agrarwirtschaft eingerichtet, in der Schüler mit Mittlerer Reife und einer abgeschlossenen Berufsausbildung in einem landwirtschaftlichen Ausbildungsberuf innerhalb eines Jahres die Fachhochschulreife erwerben können. Bereits ein Jahr später wurde diese neue Berufsschulart erweitert durch die Einführung der Fachoberschule Technik für die Schüler, die einen technischen Beruf erlernt hatten. Wegen der anfänglich noch geringen Schülerzahlen im technischen Bereich erfolgte der Unterricht zunächst gemeinsam in einer Klasse, wobei nur die berufsspezifischen Fächer getrennt unterrichtet wurden. Bedingt durch die steigenden Schülerzahlen im Technikbereich erfolgte 1992 die Aufteilung in zwei getrennte |
Klassen. Im Jahre 1993 wurde zusätzlich eine dritte Klasse
für die neue Fachoberschule Wirtschaft
eingerichtet, die bis heute fortbesteht. In den letzten
Jahren sind die Schülerzahlen in der Fachoberschule Agrarwirtschaft
leider so stark gesunken, dass diese wenigen Schüler
in die Klasse der Fachoberschule Technik integriert werden
mussten. |
| Die Fachschule für Sozialpädagogik |
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1973 wurde nach Beschluss des Kreistages an den Beruflichen Schulen in Mölln die Fachschule für Sozialpädagogik einzügig eingerichtet. Aufnahmevoraus- setzung war damals die mittlere Reife und ein einjähriges schulbetreutes Vorpraktikum. Dann erfolgte eine zweijährige Schulzeit mit kleineren Praktikumseinheiten in beiden Schuljahren und die Abschlussprüfung. Erst nach erfolgreichem Ableisten eines Anerkennungsjahres konnte die staatliche Anerkennung ausgesprochen werden. Die gesamte Ausbildungszeit zum/zur Erzieher/in dauerte demnach vier Jahre. 1996 vollzog sich ein grundlegender Wandel im sozialpädagogischen Berufsfeld. Der Weg von der Kindergärtnerin zur Erzieherin wurde in Schleswig-Holstein konsequent beschritten. Der Ausgangspunkt für die Neuordnung der Erzieherausbildung war damit die Anpassung an die hohen beruflichen Anforderungen des veränderten sozial-pädagogischen Arbeitsfeldes. Gleichzeitig sollte eine Angleichung an europäische Standards erreicht werden, die bereits im Elementarbereich eine meist universitäre Ausbildung vorsehen.
In Mölln vermittelt die Fachschule für Sozialpädagogik seit
1996 eine umfassende sozialpädagogische Handlungs- kompetenz.
Sie qualifiziert zu selbständigem, reflektiertem, konzeptionellem
und innovativem Handeln in allen sozialpädagogischen
Arbeitsfeldern. Geprägt wird der Unterricht durch die
Arbeit in Lernbereichen, durch intensiv vorbereitete und betreute
Praktika und durch ein hohes Maß an Projektarbeit.
Die lebhafte, praxisorientierte und ganzheitliche Arbeit mit den
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Schülern und Schülerinnen der Fachschule in Gruppenaufteilung fügt sich oft nur schwer in den Normbetrieb einer beruflichen Schule ein. Daher wird von der Fachgruppe ein unabhängiger Schulstandort, z.B. an der Landwirtschaftsschule angestrebt. Dieses Vorhaben gewinnt auch an Bedeutung durch die geplante Zusammenlegung der Schulstandorte Mölln und Geesthacht im sozialpädagogischen Bereich. Im September 2000 konnten sich Schülerinnen und Schüler der Fachschule in einer Podiumsdiskussion, nach einem hervorragend gespielten Sketch zur Neuordnung der Erzieherausbildung, vor einer bundesweit zusammengesetzten Arbeitsgruppe des BLBS zum Thema Angleichung der Erzieherausbildung in den Bundesländern darstellen. Seitdem ist die Fachschule für Sozialpädagogik Mölln, beispielgebend für die Neuordnung der Erzieherausbildung, bundesweit in aller Munde. ![]() Rollenspiel |
| Berufsfachschule Sozialpädagogik |
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An der Außenstelle in Geesthacht werden seit 1995, in Mölln seit 1996, in der zweijährigen Berufsfachschule Sozialpädagogik Sozialpädagogische Assistenten und Assistentinnen ausgebildet. Dieser Ausbildungsgang, der die Mittlere Reife voraussetzt, hat die alte Ausbildung zur Kinderpflegerin abgelöst, die nach dem Hauptschulabschluss begonnen werden konnte. Damit beschritt Schleswig-Holstein als eines der ersten Bundesländer einen neuen Weg in der europatauglichen Ausbildung in einem sozialpädagogischen Arbeitsfeld. |
Das Team der jungen Kolleginnen und Kollegen im Fachbereich
Sozialpädagogik an den Beruflichen Schulen Mölln haben
sich dieser Aufgabe gestellt und bieten den Schülerinnen
und Schülern der Fachschule und der Berufsfachschule ein
vielfältiges Lernangebot. So konnte auch der dritte Ausbildungsjahrgang
nahezu vollständig in die Berufstätigkeit, und
oft gleich in leitende Funktionen, entlassen werden. |
| Die Berufsfachschulen Gesundheit/Ernährung, Technik, Wirtschaft |
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Die Entwicklung der Berufsfachschulen im Kreis hat wesentlich dazu beigetragen, die Bildungschancen und die Berufsmöglichkeiten der Hauptschülerinnen und Hauptschüler zu erweitern und gleichzeitig die Qualität der beruflichen Bildung zu verbessern. Mit der Einführung der Zweijährigen Handelsschule 1950 begann im Kreis die Entwicklung der Berufsfachschulen. Die Reformideen der 60iger Jahre wandte sich verstärkt den Berufschancen der Hauptschülerinnen und Hauptschüler zu. Dies führte zu einem Ausbau der Berufsfachschulen. 1972 wurde die Berufsfachschule Technik in den zwei Fachrichtungen Metalltechnik und Elektrotechnik in Mölln eingeführt. Die heutige Berufsfachschule Gesundheit und Ernährung hat ihren Ursprung in der alten Haus- haltungsschule und wird seit 1978 geführt. Alle 3 Zweige haben als Eingangsvoraussetzung den Hauptschulabschluss. Sie dauern 2 Jahre und enden mit einem "Realschul- abschluss". Mit diesem Abschluss verbessern und erweitern ![]() Berufsfachschüler-Technik in der Metallwerkstatt |
sich die Berufswahlmöglichkeiten erheblich. Er dient aber auch vielen Schülern dazu, die schulische Weiterbildungs- möglichkeiten an den Beruflichen Schulen in Mölln zu nutzen, z.B. das Fachgymnasium, Besuch der Berufsfachschule für Kaufmännische Assistenten, Besuch der Berufsfachschule für Sozialpädagogik oder nach einer Lehre Besuch der Berufsoberschule (Fachoberschule).
Von den 30 Wochenstunden Unterricht werden ca. die Hälfte
der Stunden für eine erste Berufsorientierung/-einführung verwendet,
während in den verbleibenden 15 Stunden allgemeinbildende
Inhalte vertieft werden. Zur Zeit werden 3 Handelsschulklassen
je 1 Klasse Berufsfachschule Technik - Fachrich
tung Metalltechnik und Fachrichtung Elektrotechnik sowie 3
Klassen Berufsfachschule Gesundheit und Ernährung geführt.
Die große Beliebtheit dieser Berufsfachschulen zeigt sich Jahr
für Jahr in der großen Anzahl an Bewerbungen, die das schulische
Platzangebot weit übersteigt. ![]() Lehrküche |
![]() Pausen- bzw. Mehrzweckhalle
![]() Kiosk |
![]() Sitzecke im G-Trakt
![]() Musikraum |
![]() Außenstelle Geesthacht Erste Ansätze einer Beruflichen Schule in Geesthacht, das bis 1937 zur Hansestadt Hamburg gehörte, führen zurück in die Zeit vor 1905, in der bereits eine Fortbildungsschule bestand. Unterbrochen durch den 1. Weltkrieg musste der Unterricht in den Jahren nach 1920 wieder aufgebaut und infolge steigender Lehrlingszahlen sowie der Schulpflicht für Mädchen unter 18 Jahren ausgebaut werden. 1938 überführte der Berufsschulzweckverband des Kreises Herzogtum Lauenburg, dem Geesthacht mittlerweile angehörte, die dortige Schule in eine Zweigschule seiner in Mölln errichteten Hauptschule. Mit Gründung der Kreisberufsschule am 01. Mai 1940 wurde sie dann deren Außenstelle Geesthacht. Der 2.Weltkrieg verhinderte ihren Aufbau. Erst 1946 konnte in Geesthacht wieder Berufsschulunterricht stattfinden, zunächst in ,,Düneberg 185" - dem Verwaltungsgebäude der ehemaligen Pulverfabrik, in dem der Kreis Unterrichtsräume gemietet hatte.
Das Berufsschulgesetz für Schleswig -Holstein von 1950 hatte
auch einschneidende Folgen für die zukünftige Entwicklung
der Außenstelle Geesthacht: Der Unterricht für die meisten
Berufsschulklassen wurde in der Folgezeit am Hauptstandort
in Mölln zentriert. In Geesthacht verblieb ein relativ kleiner
Teilzeitbereich: zunächst im Wesentlichen die hauswirtschaftliche
Berufsschule für Mädchen, die 1967 mit 8 Klassen am
größten war und danach allmählich auch nach Mölln überging.
Seit 1950 übernahm die Außenstelle den Berufsschulunterricht
für die Jugendlichen im einjährigen Lehrgang des Jugendaufbauwerks
Geesthacht, das bis heute stetig erweitert wurde.
Gab es zunächst nur 1 Mädchenklasse mit einem Berufsschultag
in der Woche, werden heute demgegenüber 4 Klassen
mit insgesamt 60 Schülerinnen und Schülern an jeweils
zwei Schultagen je Woche unterrichtet. Durch Zusatzunterricht
in Deutsch und Mathematik wird ihnen angeboten, den Hauptschulabschluss
nachzuholen. Kennzeichnend für die aktuelle
Situation ist das Bemühen, fächerübergreifenden Projektunterricht
in Zusammenarbeit mit den praktischen Unterweisungsbereichen
im JAW zu entwickeln. Ein sichtbares Ergebnis
dieser Arbeit - ein mannshohes Spiel ,,Vier gewinnt" - steht seit
kurzem auf dem Schulhof der Außenstelle und lädt zum Spielen
in den Pausen ein. |
Im Jahre 1982 ließ der Kreis einen Neubau für die Außenstelle
am Dösselbuschberg in der Geesthachter Oberstadt errichten,
idyllisch am Rand der Feldmark gelegen, mit weitem Ausblick
über die Felder aus fast allen Räumen sowie eigenem Biotop
auf dem Gelände. 1987 wurde die Anlage ergänzt durch eine
Turnhalle und ein Hausmeisterhaus. 8 Klassen- und 8 Fachräume
boten damals großzügige Unterrichts- möglichkeiten. Mit
dem Neubau wurde im Jahr 1982 auch die heute weiterhin
bestehende Handelsschule als zweite Berufsfachschule vor
Ort eröffnet. Von 1982 bis 1991 gab es ferner zwei einjährige
Vollzeitschulen im Bereich Ernährung und Hauswirtschaft (AVJ
u. BGJ). ![]() Lernbüro in Geesthacht
Zukünftig ist vorgesehen, das Vollzeitschulangebot an der
Außenstelle in den Bereichen Wirtschaft einerseits und Gesundheit
und Ernährung/Pflege andererseits unter Einbeziehung
der neuen Technologien noch stärker zu qualifizieren und
nachfragegerecht zu erweitern. Dazu ist ein Anbau von Klassen-,
Fach- und Nebenräumen in Planung, für den das vorhandene,
große Grundstück hinreichend Platz bietet.
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Eine moderne und lebendige Schule braucht eine aktive Schülerinnen- und Schülervertretung. So ist auch die SV an den Beruflichen Schulen in Mölln eine feste Institution, die viel bewegt und stets ein offenes Ohr für die Belange ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler hat. Dabei ist gerade die SVArbeit durch die spezifischen Besonderheiten im Bereich der beruflichen Bildung nicht immer einfach zu koordinieren, da viele Schülerinnen und Schüler in der Dualen Ausbildung nur an einigen Tagen in der Schule sind. Trotz dieser Schwierigkeiten |
stellen sich erfreulicherweise immer wieder motivierte
Schülerinnen und Schüler für die SV-Tätigkeit zur Verfügung,
die auch bereit sind Teile ihrer Freizeit für Veranstaltungen und
Projekte zu opfern. |
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Der Förderverein der Beruflichen Schulen wurde am 08. Mai
1984 gegründet. Förderungen
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Der Förderverein versucht, mit den zur Verfügung stehenden Beträgen möglichst viele Bereiche der Schule zu unterstützen. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie Mitglied des Fördervereins der Beruflichen Schulen werden und unsere Arbeit zugunsten der Schüler unterstützen. Der Mindestjahresbeitrag beträgt 20,00 DM. Sollten Sie sich nicht für eine Mitgliedschaft entschließen können, wären wir Ihnen auch für eine Spende dankbar. |